Riesiges Corona-Test-Labor in Gelsenkirchen geplant

Ein Mann legt den Kopf in den Nacken und tröpfelt die Flüssigkeit für den Gurgeltest in seinen Mund.

Riesiges Corona-Test-Labor in Gelsenkirchen geplant

Von Katrin Puvogel

In Gelsenkirchen plant ein Unternehmen eines der größten Corona-Test-Labore in Europa. Der ambitionierte Plan: Ab Juni sollen eine Million Tests pro Woche ausgewertet werden.

Noch ist da, wo einmal das Testzentrum stehen soll, nichts als eine Wiese. In drei Monaten soll hier in Gelsenkirchen aber das größte PCR-Testlabor in ganz Europa entstehen. Bis zu eine Million Testergebnisse pro Woche ab Juni - das verspricht die Gelsenkirchener Sicherheitsfirma Stölting.

Der Plan ist ambitioniert: Auf 5000 Quadratmetern wollen die Unternehmen ein "Hochdurchsatzlabor" schaffen, um mehr PCR-Tests in Deutschland zu ermöglichen. Bislang werden in Deutschland laut Robert-Koch-Institut circa 2,3 Millionen PCR-Tests pro Woche ausgewertet.

Probe geben per Gurgeltest

Für das neue Gelsenkirchener Massen-Labor werden die Proben per Gurgeltest genommen. Dafür sollen deutschlandweit Testzentren und Drive-In-Möglichkeiten entstehen - wo, ist aber noch unklar. Wer da einen PCR-Gurgel-Test macht, soll innerhalb von 24 Stunden ein Ergebnis haben.

Außerdem soll auch jeder selbst seine Proben per Post einschicken können. Den Gurgeltest dafür will Stölting zum Beispiel über Drogerien verkaufen. Dann könnte es mit dem Ergebnis allerdings länger dauern. Das Unternehmen sagt, dass sein Verfahren auch bis zu 20 Mutationen nachweisen kann.

Bis zu 5000 neue Stellen

Um die Testzentren zu betreiben und im Labor die Ergebnisse auszuwerten, will Stölting bis zu 5000 neue Mitarbeiter bundesweit gewinnen. Das Unternehmen gibt sich selbstbewusst, was die Frage nach Fachkräften angeht: Bisher habe man schon 200 Spezialisten für das neue Labor gefunden. Sie sollen rund um die Uhr die Proben auswerten.

Wie und ob das geplante Pensum zu bewältigen sein wird, sorgt auch für kritische Stimmen: Experten bezweifeln, dass die Testergebnisse so schnell und zuverlässig bereitgestellt werden können.

Irritationen bei der Pressekonferenz

Mehrere Männer warten in einem Raum der Firma Stölting auf die Pressekonferenz.

Die Mitarbeiter von Stölting tragen bei der Pressekonferenz keine Masken.

Und auch die Pressekonferenz zum neuen Labor sorgt für Irritationen bei den Journalisten vor Ort: Denn die Mitarbeiter von Stölting tragen keine Masken, obwohl rund 30 Leute im Raum sind. Die Begründung: Jeder sei per PCR-Test vor dem Termin getestet worden.

Problematische Schnelltest-Unternehmen Markt 20.01.2021 06:26 Min. UT Verfügbar bis 20.01.2022 WDR

Stand: 15.04.2021, 15:17