Duisburg: Thyssen-Krupp bereitet Schließung von Grobblechwerk vor

Mitarbeiter in einem Stahlwerk

Duisburg: Thyssen-Krupp bereitet Schließung von Grobblechwerk vor

Der Thyssen-Krupp-Stahlvorstand bereitet die Schließung des Grobblechwerks in Duisburg-Hüttenheim mit rund 800 Mitarbeitenden vor, wie der Konzern am Montag mitteilte.

Thyssen-Krupp sieht demnach keine Zukunft für den Geschäftsbereich Grobblech mehr und beginnt mit den Planungen für eine Stillsetzung spätestens zum 30. September 2021. Eine entsprechende Beschlussfassung des Aufsichtsrates stehe bevor.

"Grobblechwerk schreibt seit Jahren rote Zahlen"

In den letzten Monaten konnte kein Käufer für das Geschäft gefunden werden. Im Frühjahr hatte Thyssen-Krupp den Beschluss zur Stillsetzung gefasst, sofern ein Verkauf nicht möglich sein sollte. Für den Verkaufsprozess kam erschwerend hinzu, dass durch die Corona-Krise die Nachfrage nach Grobblech-Produkten weiter massiv unter Druck geraten sei, so Thyssen-Krupp.

Das im Duisburger Stadtteil Hüttenheim gelegene Grobblechwerk bewege sich in einem äußerst schwierigen Marktumfeld und schreibe seit Jahren rote Zahlen, ohne Aussicht auf nachhaltige Erholung. Zu den Produkten des Geschäftsbereichs gehören unter anderem verschleißfeste Stähle für Baumaschinen, Pipeline-Stähle, Bleche für den Schiffsbau oder für Mobilkrane. Gegründet wurde das Werk 1963, 1970 kam es zum Thyssen-Konzern. 

Mitarbeitende erhalten Ersatzarbeitsplätze im Unternehmen

Entlassungen seien mit der Stillsetzung des Werks nicht verbunden. Von den rund 800 Mitarbeitenden sollen gut 90 Prozent Ersatzarbeitsplätze im Duisburger Norden oder an anderen Standorten von Thyssen-Krupp Steel erhalten. Weitere Mitarbeitende werden über Altersteilzeitregelungen aus dem Unternehmen ausscheiden können, heißt es weiter.

Thyssenkrupp: Stahlriese am Abgrund? die story 25.11.2020 43:53 Min. UT Verfügbar bis 25.11.2021 WDR Von Ingolf Gritschneder, Michael Heussen, Wolfgang Minder

Stand: 14.12.2020, 16:44