Modellversuch: Grippeimpfung in der Apotheke

Ein Mann hält eine Spritze, daneben ist eine Frau mit entblößtem Arm zu sehen

Modellversuch: Grippeimpfung in der Apotheke

Die Krankenkasse AOK Nordwest hat am Freitag in Dortmund ihren Modellversuch für Grippeschutzimpfungen in Apotheken in Westfalen-Lippe gestartet.

Die AOK-Modellregion umfasst rund 700 Apotheken in Dortmund und mehreren Kreisen der Region. Ziel sei, die Impfquote gegen Influenza zu steigern, sagte ein AOK-Sprecher. Es gehe nicht darum, den Hausärzten Konkurrenz zu machen. Ein Gesetz vom Frühjahr 2020 erlaubt Grippeschutzimpfungen auch in Apotheken.

Erstmal üben

Den Auftakt hat ein Apotheker Michael Beckmann in Dortmund-Aplerbeck gemacht: Hinter verschlossener Schiebetür bekam eine Frau die erste Spritze. Da das im Pharmaziestudium nicht geübt wird, musste er sich in den letzten Wochen schulen lassen. "Meine Kunden sind mir wichtig, ich möchte dazu beitragen, die Impfquoten zu erhöhen", so Beckmann.

Kritik von Ärzten

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) sieht das kritisch. Impfen sei Alltagsgeschäft der Hausärzte, sie hätten darin die größte Erfahrung. Die AOK betonte, dass die Apotheker gut geschult seien. Der Modellversuch soll drei Jahre laufen. Sollten die Ergebnisse positiv sein, könne man sich eine Ausweitung vorstellen.

Apotheker besser honoriert

Nach AOK-Angaben sollen teilnehmende Apotheker 12,71 Euro pro Grippeimpfung bekommen. Hausärzte erhielten für Grippeimpfungen kassenübergreifend 8,05 Euro. Einen ähnlichen Modellversuch wie in Westfalen-Lippe hatte es im 2020 im Rheinland gegeben.

Stand: 24.09.2021, 12:44