Symbol gegen Terror: Glocken läuten nur am 11. September

Luftaufnahme des Glockenturms der evangelischen Christuskirche in der Bochumer City

Symbol gegen Terror: Glocken läuten nur am 11. September

  • Glocken läuten nur einmal im Jahr
  • Am 11. September als Zeichen gegen den Terror
  • Profaner Grund: Glocken eigentlich zu schwer

In der Bochumer Christuskirche läuteten am Mittwochnachmittag (11.09.2019) die Glocken. Zum ersten und einzigen Mal in diesem Jahr - als Zeichen gegen den weltweiten Terror.

Mit dem einmaligen Läuten erinnert die evangelische Gemeinde in der Bochumer Innenstadt alljährlich an den Terror des 11. September 2001. Vor 18 Jahren kamen bei den Anschlägen, hauptsächlich auf die Türme des World Trade Centers in New York, rund 3.000 Menschen ums Leben.

Weltweites Mitfühlen und Mitleiden

Die schrecklichen Taten hätten, so die Gemeinde, vor allem eines mit sich gebracht: "Ein weltweites Mitfühlen und Mitleiden, ein Empfinden, das alle Menschen, die ein Herz in sich tragen, miteinander verband, wo immer sie auf dem Erdball leben. Als hätte die Menschheit für einen kurzen Moment die Augen aufgeschlagen."

Und so entschloss sich die Gemeinde, jedes Jahr am 11. September in der Zeit von 14.46 bis 15.03 Uhr die Glocken läuten zu lassen - genau zu der Zeit, als Flugzeuge vor 18 Jahren das World Trade Center getroffen haben.

Glocken zu schwer für den Turm

Einen ganz profanen Grund, warum nur einmal im Jahr die Glocken läuten, gibt es übrigens auch: Die Glocken sind zu schwer. Sie wiegen über 6 Tonnen. Das würde der seit dem Zweiten Weltkrieg freistehende Kirchturm auf Dauer nicht aushalten, wie Statiker in den 90er-Jahren feststellten.

Unsere heiligen Orte Unser Westen 09.06.2019 43:23 Min. Verfügbar bis 09.06.2020 WDR Von Melanie Didier

Im Jahr 1959, als die Glocken gegossen wurden, hatte man diesen Umstand offenbar nicht bedacht. Nach den Terroranschlägen 2001 entschloss sich die Gemeinde dann, zumindest einmal im Jahr zu läuten.

Stand: 11.09.2019, 16:40