Giftmülldeponie im Chemiepark Marl wird gesichert

Giftmülldeponie im Chemiepark Marl wird gesichert

Von Peter Lautsch

  • Zwei Millionen Tonnen Industrieschlämme
  • Hinterlassenschaft der Chemischen Werke Hüls
  • Evonik baut Dichtwand zur Grundwassersicherung

Fässer, Schlämme, giftige Böden, angeblich auch Quecksilber: Niemand weiß genau, was in der Deponie Hilgenberg in Marl wirklich schlummert. Aber die Behörden haben im Abfluss bedenkliche Werte gemessen.

Jetzt sichert Evonik, der Betreiber des Chemieparks, mit einer Dichtwand das Grundwasser. Am Dienstag (21.08.2018) zeigte der Konzern, wie die Bauarbeiten dazu vorankommen.

Dichtwand aus Beton

Mehr als tausend Meter ist die Dichtwand lang und sie reicht 14 Meter tief in den Boden. Eine Spezialmaschine treibt einen entsprechend langen Stahlkörper ins Erdreich. Beim Herausziehen presst dieser eine Zementmischung ins Erdreich.

So entsteht eine unterirdische Betonmauer. Sie ist mehr als tausend Meter lang und dichtet die Deponie zur Lippe und zu den Grundwasserströmen ab, sagt Evonik.

Riesige Altlast

Mit mehr als zwei Millionen Tonnen Chemieabfall gehört die Deponie zu den größten Altlasten im Ruhrgebiet. Die ehemaligen Chemischen Werke Hüls hatten die Deponie seit der Produktionsaufnahme von Kunst-Kautschuck im Zweiten Weltkrieg betrieben. Sie hat keine Basisabdichtung und wurde erst Ende der 1980er Jahre geschlossen.

Dauerhafte Sicherung

Danach wurde der Hilgenberg mit dicken Folien von oben abgesichert und begrünt. Brunnen sorgten bisher dafür, dass der Deponieabfluss nicht ins Grundwasser und auch nicht in die Lippe gelangt. Die Dichtwand soll jetzt als dauerhafte Barriere dienen.

Ein Problem bleibt vorerst noch: Die zusätzliche Drainage, die den Deponie-Abfluss sammeln und zum Klärwerk leiten soll, kann noch nicht gebaut werden. Dafür steht eine weitere Maschine bereit. Die ist aber wegen technischer Probleme noch nicht einsatzbereit.

Stand: 21.08.2018, 08:22

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