Gewalt an Obdachlosen im Ruhrgebiet

Ein Obdachloser schläft

Gewalt an Obdachlosen im Ruhrgebiet

Unbekannte haben am Freitagabend in Essen die Sachen eines Obdachlosen angezündet. Das hat große Bestürzung ausgelöst, viele Menschen wollen helfen und Sachen Spenden.

Freitagabend haben Unbekannte in Essen-Steele die persönlichen Habseligkeiten eines Obdachlosen angezündet. Der 56-Jährige blieb unverletzt. Er hat sich zu diesem Zeitpunkt in einer Bank aufgehalten, um sich aufzuwärmen. Der obdachlose Mann soll noch versucht haben, den Brand selbst zu löschen.

Anrufer alarmieren Polizei

Mehrere Anrufer haben die Polizei und die Feuerwehr alarmiert. Dieser Fall hat große Bestürzung und Anteilnahme ausgelöst. Vereine und Organisationen, die wohnungslosen und obdachlosen Menschen helfen, sagen: kein Einzelfall. Solche Angriffe kommen immer wieder vor.

Diebstahl und Gewalt an Obdachlosen keine Seltenheit

Fast täglich muss der Verein "Fairsorger" in Essen Obdachlosen mit neuen Schlafsäcken, Isomatten oder Kleidung aushelfen, weil etwas gestohlen wurde. Auch die Wohnungslosenhilfe Bochum bestätigt, dass es solche Übergriffe das ganze Jahr über gibt. Werden solche Fälle öffentlich, kommen oft spontane Spenden bei den Hilfsorganisationen und Vereinen an.

Die seien aber schwer zu verteilen und helfen laut dem Verein "Fairsorger" eher selten. Wichtiger wären Geldspenden und regelmäßige Unterstützung. So können diejenigen, die Kontakt zu den Obdachlosen haben, gezielt nachfragen, was gebraucht wird und damit weiterhelfen.

Alarmanlage für Obdachlose

Auch der "Unsichtbar"-Verein aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis setzt sich für obdachlose Menschen ein und hat zusammen mit der Bochumer Ruhr-Universität eine Alarmanlage für Obdachlose entwickelt.

Denn auch in Witten, Wuppertal und Bochum werden Menschen, die auf der Straße leben, immer wieder bestohlen. Die Alarmanlagen sollen helfen und werden zurzeit von Obdachlosen getestet.

Stand: 11.01.2021, 13:28

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