Prozess: Tödliche Messerattacke auf Lüner Schüler

Prozess: Tödliche Messerattacke auf Lüner Schüler

  • Nach Messerattacke an Lüner Schule
  • Prozessbeginn am Dortmunder Landgericht
  • Dem Angeklagten drohen bis zu zehn Jahre Haft

Am Dortmunder Landgericht hat am Donnerstagvormittag (14.06.2018) der Mordprozess gegen einen 16-jährigen Schüler aus Lünen begonnen. Dem Jungen wird vorgeworfen, einen 14-jährigen Mitschüler auf einem Schulflur erstochen zu haben.

Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Die Eltern des getöteten Jungen warten vor dem Verhandlungssaal.

Die Eltern des getöteten Jungen warten vor dem Verhandlungssaal

Nach Jugendstrafrecht drohen dem Angeklagten bei einer Verurteilung wegen Mordes bis zu zehn Jahre Jugendhaft. Wenn die Richter eine "besondere Schwere der Schuld" feststellen würden, wären 15 Jahre möglich.

Die Verhandlung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das ist bei minderjährigen Angeklagten grundsätzlich so. Die Eltern des Opfers durften jedoch in den Saal.

Prozessbeginn nach tödlicher Messerattacke auf Lüner Schüler

00:44 Min.

Provozierende Blicke als Auslöser?

Die Bluttat ereignete sich am 23. Januar 2018 kurz vor Unterrichtsbeginn. Der Angeklagte soll auf einem Flur auf seinen Mitschüler gestoßen sein. Angeblich stand die Mutter des Beschuldigten dabei, als dieser ein Messer gezogen und es dem anderen Jungen in den Hals gestoßen haben soll. Bei der Polizei soll der damals noch 15-Jährige ausgesagt haben, er habe zugestochen, weil der Mitschüler seine Mutter so provozierend angeschaut habe.

Angeklagter bereits früher aufgefallen

Beschreibung:Ein Ehepaar trauert am 24.01.2018 vor den abgelegten Kerzen und Blumen vor der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen (Nordrhein-Westfalen

Trauer um getöteten Schüler

Wie die Staatsanwaltschaft später bekannt gab, war der Angeklagte schon früher durch aggressives Verhalten aufgefallen. Er habe deshalb als unbeschulbar gegolten. Nachdem der Jugendliche die Gesamtschule deshalb für einige Zeit verlassen hatte, sollte er Anfang 2018 offenbar wieder in seine alte Umgebung zurückkehren.

Stand: 14.06.2018, 11:36