Verwaltungsgericht kippt Dortmunder Quarantäne-Regelung

Familie schaut durch ein Fenster nach draussen.

Verwaltungsgericht kippt Dortmunder Quarantäne-Regelung

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat eine Familie aus der Corona-Quarantäne entlassen. Die Anordnung zur Quarantäne durch die Stadt Dortmund sei übertrieben gewesen.

Die ganze Familie musste 14 Tage zu Hause bleiben, so wollte es das Dortmunder Gesundheitsamt. Obwohl nur ein Sohn Kontakt zu einem Infizierten hatte und obwohl der Sohn negativ getestet wurde.

Zwei Wochen unverhältnismäßig

Das sei unverhältnismäßig, urteilte das Verwaltungsgericht in einer Eilentscheidung und bezog sich dabei auf Empfehlungen des Robert-Koch-Institus. Diese Entscheidung sei aber ein Einzelfall, erklärte ein Gerichtssprecher.

Stadt will Linie beibehalten

Die Stadt Dortmund will jedenfalls an ihrer Strategie festhalten, im Verdachtsfall ganze Familien unter Quarantäne zu stellen. Man habe es mit einem neuartigen Virus zu tun, und in Familien werde das nun einmal weitergegeben, schreibt die Stadt am Mittwoch. Deshalb dürfe das Gesundheitsamt über die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts hinausgehen.

Als Konsequenz aus der Niederlage vor Gericht werde die Stadt ihre Entscheidungen zur Quarantäne künftig ausführlicher begründen. Der bisherige Erfolg der städtische Maßnahmen gebe der Stadt Recht.

Stand: 02.09.2020, 16:32