Dicht gemachte Schrott-Immobilie

Kriminalität verhindern, bevor sie passiert: Frühwarnsystem nutzt Daten in Gelsenkirchen

Stand: 07.11.2022, 10:27 Uhr

"ELSA" soll in Gelsenkirchen Probleme wie zum Beispiel Kriminalität frühzeitig erkennen bevor sie überhaupt passieren und damit auch verhindern. Dafür wertet es spezielle Daten aus den Stadtteilen aus.

Wie viele Menschen ziehen in bestimmte Gelsenkirchener Stadtteile oder von dort weg. Und wie häufig? Wie oft und wo am meisten beschweren sich Bürgerinnen und Bürger über illegalen Müll oder andere Mängel? Und wie setzt sich ein Quartier insgesamt zusammen?

Kooperation bundesweit einmalig

Solchen Fragen soll in Gelsenkirchen jetzt nachgegangen werden - und zwar in einem bundesweit einmaligen Pilotprojekt. ELSA heißt das neue System, bei dem nach drei Jahren Forschung nun Stadt, Polizei und Bundeskriminalamt über eine gemeinsame Datenbanknutzung zusammenarbeiten.

Am Montag (07.11.2022) unterzeichnen Vertreter der drei Akteure dazu einen Kooperationsvertrag zunächst bis 2025. "Ich bin sicher, dass wir mit dem Einsatz des Frühwarnsystems unserem Ziel, Präventionsarbeit zielgerichtet einzusetzen und so Quartiere vor negativen Entwicklungen bewahren zu können, ein deutliches Stück näherkommen“, so Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Karin Welge (SPD).

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Entwicklungen frühzeitig erkennen

Wie das System in Zukunft funktionieren kann, erklärt die Stadt am Beispiel sogenannter "Schrottimmobilien": Stellt sich heraus, dass in solchen alten und heruntergekommenen Wohnhäusern undurchsichtige Mietverhältnisse vorherrschen, häufig Probleme mit Müll auftauchen oder Vermieter dubios wirken, könnte die Stadt solche Häuser ankaufen, um solchen Entwicklungen entgegenzuwirken.

Auch für Integrationsherausforderungen wie Sprachförderung, Betreuung und Bildung in Kitas und Schulen oder Arbeitsmarktintegration würden sich durch ELSA Chancen ergeben, wenn man frühzeitig Kräfte bündele, sagt der Leiter des Referats Zuwanderung und Integration, Uwe Gerwin: „Je früher wir Entwicklungen erkennen, umso besser können wir helfen und unterstützen."

Über dieses Thema haben wir am 07.11.2022 im Radio in der WDR 2 Lokalzeit Rhein/Ruhr berichtet.

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