Zerstörte Bankfiliale in Essen Kupferdreh

Geldautomat in Essen gesprengt: Spur nach Venlo läuft ins Leere

Stand: 31.01.2022, 16:22 Uhr

Nach einer Geldautomaten-Sprengung hat das Bauamt das Haus in Essen-Kupferdreh als einsturzgefährdet eingestuft. Erste Hinweise auf mögliche Täter in Richtung Holland haben sich nicht bestätigt.

Erste Hinweise hatten die Ermittler in die Niederlande geführt. In Venlo wurde ein Wagen entdeckt, der laut der niederländischen Polizei vermutlich mit der Tat in Verbindung gestanden haben könnte. In dem Auto wurde ein Päckchen mit einem Zünder gefunden, das kurze Zeit später kontrolliert gesprengt wurde. Das Auto wurde weiter untersucht, jetzt stellte sich heraus: Es handelt sich nicht um das Fluchtauto.

Weiterhin schwierige Lage für Anwohner

Schwierig bleibt die Situation auch für die Anwohner. Ob und wann sie wieder in ihre Wohnungen zurückkehren dürfen, ist weiter unklar. Auch ein Nagelstudio im Erdgeschoss bleibt erst mal geschlossen. Statiker bewerteten in einer ersten Analyse das Haus in der Geschäftsstraße im Stadtteil Kupferdreh für einsturzgefährdet. Der Eigentümer muss das jetzt noch von einem Gutachter genauer prüfen lassen. Das könne dauern, heißt es von der Stadt Essen.

Bewohner können nach Automatensprengung noch nicht zurück

00:57 Min. Verfügbar bis 27.01.2023


Erhebliche Schäden nach Sprengung

Die Menschen in dem Stadtteil sind immer noch schockiert von dem Ausmaß der Tat am vergangenen Montag (24.01.2022). Überall lagen Trümmer herum: auf dem Gehweg und auch auf der Straße - sogar die Schaufenster auf der gegenüberliegenden Straßenseite sind zerstört worden. Erst am späten Morgen, nachdem alle Spuren gesichert wurden, konnten Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe aufräumen. Die Kupferdreher Straße, eine Hauptverkehrs- und Einkaufsstraße, musste wegen der Aufräumarbeiten mehrere Stunden voll gesperrt werden.

Hausbewohner erneut traumatisiert

Zerstörte Bankfiliale in Essen Kupferdreh

Zerstörte Bankfiliale in Essen Kupferdreh

In der Wohnung direkt über der Bank wohnt seit sieben Jahren ein Ehepaar, das aus einem Bürgerkriegsgebiet geflüchtet ist. Ihr Sohn erklärte, seine Eltern werden vorläufig in einem Hotel unterkommen. Sie seien traumatisiert, fühlten sich an den Krieg erinnert und könnten seit der Nacht kaum sprechen. "Die Sprengung hat sie aus dem Schlaf gerissen. Es ist in der Wohnung alles demoliert, die Wände sind gerissen", erklärte Movsar Baysagufon dem WDR.

Höhe der erbeuteten Summe unbekannt

Drei Männer sollen laut Polizei gegen 3.20 Uhr in der Nacht den Automaten gesprengt haben. Es ist bereits der dritte Versuch innerhalb von nur zwei Jahren. Die Täter flüchteten anschließend mit einem dunklen Kombi zur nahegelegenen Autobahn Richtung Velbert. Ob und wenn ja wieviel Beute sie gemacht haben, kann die Polizei noch nicht sagen.

Die Bank, der der Automat gehört, will sich nicht im Detail zu dem Fall äußern. Nach Angaben der Polizei hat sie einen Sicherheitsdienst beauftragt, um die demolierte Filiale zu bewachen. Laut eines Sprechers der Bank soll in Zukunft auch kein neuer Automat aufgestellt werden. Dafür gebe es zwei Gründe: die besondere Situation vor Ort und außerdem sei die Nutzung der SB-Automaten zurückgegangen.

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