Geisterräder erinnern in Dortmund an getötete Radfahrer

Weißes Geisterrad lehnt an Laterne

Geisterräder erinnern in Dortmund an getötete Radfahrer

  • Vier tote Radfahrer seit 2017
  • Mahnwache mit Geisterrad
  • Akustisches Warnsystem gefordert

Seit 2017 sind in Dortmund vier Radfahrer im Straßenverkehr getötet worden. Drei von ihnen in der Nordstadt. Immer waren es Lkw-Fahrer, die die Radler beim Abbiegen übersehen haben. Der letzte Unfall dieser Art ereignet sich am 6. August. Ein 85 Jahre alter Radfahrer wurde von einem Lkw überfahren. Am Montag (13.08.2018) ist er im Krankenhaus gestorben.

Mahnwache mit Ghostbike

An ihn wird ab Freitag (17.08.2018) ein weißes Fahrrad erinnern. Etwa 200 Radler werden zu einer Mahnwache an der Unfallstelle an der Schützenstraße erwartet. Dort stellen sie dann das "Ghost-Bike" auf, ein Geisterfahrrad, das an den getöteten Radler erinnern soll. Es ist das dritte dieser Art in einem Umkreis von wenigen Kilometern.

Stadt will aktiv werden

Von Unfallschwerpunkten wollen aber weder die Stadt Dortmund noch die Polizei sprechen. Trotzdem haben sie Sofortmaßnahmen zugesagt. Um die Aufmerksamkeit der Lastwagenfahrer zu erhöhen, sollen die Radwege auf den Kreuzungen so schnell wie möglich rot markiert werden. Verkehrsexperten wollen sich gefährliche Stellen anschauen und wenn möglich entschärfen.

Akustisches Warnsystem gefordert

Die Fahrradfahrer meinen, es werde seit Jahren zu wenig getan. Viele Radwege seien unübersichtlich. Auto- und LKW-Fahrer könnten die Radler oft gar nicht oder viel zu spät sehen. Sie fordern für alle Lkw ein akustisches Warnsystem. Dann gebe es weniger Unfälle – und Ghost-Bikes bräuchte man auch nicht mehr.

Stand: 16.08.2018, 19:16