"Nacht der 1.000 Lichter": Gedenken an das Loveparade-Unglück

Kerzenmeer vor der Gedenkstätte zum Loveparade-Unglück

"Nacht der 1.000 Lichter": Gedenken an das Loveparade-Unglück

Von Andreas Palik und Tim Köksalan

Am Samstag wird der elfte Jahrestag des Loveparade-Unglücks in Duisburg begangen. Bei einer Massenpanik auf dem Musikfestival 2010 kamen 21 Menschen ums Leben, über 600 wurden verletzt.

Kerzenlicht, dezente Saxofon-Musik, eine ruhige Atmosphäre – rund vierzig Menschen sind am Freitagabend gekommen zur "Nacht der 1.000 Lichter" an der Gedenkstätte, die sich direkt an der Unglücksstelle am Zugang zum alten Güterbahnhof Duisburg befindet. Angehörige und Opfer sind hier, um zu trauern, zu gedenken und auch um sich auszutauschen.

Der diesjährige Gedenktag ist ein ganz besonderer: Vor knapp einem Jahr wurde der Prozess um die Loveparade-Katastrophe eingestellt: "Man muss sich neu sortieren. Man hat das Gefühl gehabt, man hat nur funktioniert und jetzt ist auf einmal alles vorbei", erzählt Gabi Müller, die ihren Sohn Christian bei dem Unglück verlor. "Ich komme jetzt erst zur Ruhe und dann wird einem das erst einmal bewusst."

Gedenkfeier am Samstagnachmittag - nicht alle können teilnehmen

Für die "Nacht der 1.000 Lichter" wurden am Freitag an der Gedenkstelle und im Tunnel, in dem sich die Katastrophe ereignete, hunderte Kerzen aufgestellt. Am Samstagnachmittag wird es eine Andacht in der Salvatorkirche in Duisburg geben – anschließend beginnt die offizielle Gedenkfeier.

Kerzenmeer vor der Gedenkstätte zum Loveparade-Unglück

Hunderte Kerzen wurden an der Gedenkstätte und der Unglücksstelle aufgestellt.

Wegen der Pandemie können nicht alle Betroffenen und Angehörige an der Zeremonie teilnehmen. Viele kommen aus dem Ausland, zum Beispiel aus Australien.

21 Tote, über 600 Verletzte, keine Schuldigen

Die Loveparade war ein großes Musik- und Tanzfestival für Techno-Fans. Bei der letzten Loveparade am 24.07.2010 auf dem Gelände des alten Duisburger Güterbahnhofs entstand eine Massenpanik in dem Tunnel und auf der Rampe zum Festivalgelände. Dabei starben 21 Besucher, über 600 wurden verletzt.

Rund zehn Jahre zog sich der Prozess, um einen Schuldigen zu finden. Im Mai 2020 wurde der Prozess eingestellt – niemand wurde verurteilt.

Loveparade: Die Verhandlung Reportage & Dokumentation 22.07.2020 01:28:26 Std. Verfügbar bis 14.07.2025 Das Erste Von Dominik Wessely

Stand: 24.07.2021, 17:45

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