Fußballmuseum in Dortmund macht Verluste - Stadt haftet

Das Deutsche Fußballmuseum von außen.

Fußballmuseum in Dortmund macht Verluste - Stadt haftet

Von Peter Lautsch

  • Verlustübernahme im Haushalt der Stadt
  • 660.000 Euro für die kommenden Jahre
  • Stadt verhandelt mit neuer DFB-Spitze

Die "Schatzkammer des Deutschen Fußballs" (Eigenwerbung), das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund, soll rote Zahlen schreiben. Die Stadt Dortmund hält noch deutlich mehr Verluste für möglich als bisher befürchtet. 660.000 Euro hat sie jetzt im Doppelhaushalt 2020/21 eingestellt, um die Miesen beim Museum auszugleichen, teilte ein Sprecher der Stadt am Dienstagabend (01.10.2019) mit.

Es gäbe keine Fördermittel des Landes mehr und auch Sonderposten seien aufgelöst. Mehr will die Stadt nicht sagen. Begründung: Laufende und ausstehende Gespräche mit der neuen DFB-Spitze sowie die geplante Unterrichtung der Politik in der kommenden Sitzung des Finanz-Ausschusses.

Stadt Dortmund haftet ohne Limit für Verluste

Der Bund der Steuerzahler spricht von einem Skandal. Man habe schon vor der Eröffnung gewarnt, dass sich die hoch verschuldete Stadt kein weiteres Museum leisten könne.

Das Museum gehört Stadt und DFB je zur Hälfte. Doch der Fußballbund haftet nur bis 250.000 Euro jährlich, die Stadt unbegrenzt. So steht es in einer umstrittenen Vereinbarung im Vertrag beider Partner. Deshalb will die Stadt nun in Gesprächen zu ihren Gunsten nachbessern.

Die 500.000 Euro des DFB zum städtischen Anteil hinzugezählt, drohen dem Museum für die kommenden zwei Jahre Verluste in Höhe von mehr als einer Million Euro.

Ratsparteien fragen: Sponsorengelder aufgebraucht?

Sponsoren wie Adidas und Daimler hatten bei Gründung des Museums an die 10 Millionen Euro gezahlt, als Vorauszahlung auf die im Museum platzierte Werbung. Was ist noch übrig? War das Museum schon zum Start im Oktober 2015 finanziell zu schwach ausgestattet? Sind die Ticket-Einnahmen zu spärlich, um das wettzumachen?

Diese Fragen von B90/Grüne und Die Linke soll die Stadt im Finanzausschuss beantworten. Die Sitzung ist am 7. November.

Stand: 02.10.2019, 06:52

Kommentare zum Thema

21 Kommentare

  • 21 Stob 03.10.2019, 18:25 Uhr

    Irgendwie wundert es mich nicht: im Ruhrgebiet werden oft solche irrsinnigen Vereinbarungen getroffen. Weshalb?

  • 20 Hasan Tscherkess 03.10.2019, 11:42 Uhr

    Die verantwortlichen Entscheidungsträger von damals aus der Politik (SPD) jetzt persönlich zur Kasse bitten!!! Mit Museen kann man heutzutage in Dortmund keine Gewinne mehr machen. Nicht unter Federführung der satten mit SPD/CDU-GroKo Dortmund.

  • 19 Seangerd 03.10.2019, 09:02 Uhr

    Für mich nicht nachvollziehbar, dass ein Museum der "größten Großverdiener" in der ehemaligen Industriestadt Dortmund durch die Stadt unterstützt wird. Währenddessen z. B. die Suppenküche Kana, dich sich um Essen für Bedürftige kümmert, auch finanziell drangsaliert wird. Für die Subventionen für Reiche, Vermögende ist Geld, Kohle wie man im Ruhrgebiet sagt, vorhanden. Für Arme und "Normale" nur noch die Abzocke durch Staat und Verwaltung. Das beste währe, den Vertrag mit dem DFB kündigen oder das Museum an den DFB geben und die Subventionen umgehend und endgültig einstellen. Dafür lieber soziale Projekte und den ÖPNV subventionieren. Es ist unfassbar - das Berufsbild von Fußballprofis, deren Einkommen u. Erträge völlig aus dem Ruder gelaufen sind, da gibt es Subventionen, während für die Ärmsten nur noch Verachtung und Drangsalierung übrig ist. Ein A-Soziales Bild, dass Dortmund abgibt!

  • 18 Walter 03.10.2019, 08:18 Uhr

    Dann schließt dieses Museum. Der DFB beweihräuchert sich und lässt dabei andere die Kosten tragen.

    Antworten (1)
    • Seangerd 03.10.2019, 09:06 Uhr

      Ja, Sie haben völlig Recht. Bin ziemlich entsetzt, dass die Reichsten der Reichen noch mit einem derartigen Musem hofiert werden, während Sozialprojekte oder der öffentliche Nahverkehr auf der Strecke bleiben.

  • 17 Anonym 03.10.2019, 06:16 Uhr

    Zumachen und Geld für Soziales verwenden

  • 16 Pippo 02.10.2019, 23:43 Uhr

    Man sollte mal über die Eintrittspreise nachdenken. 15 bzw 17 Euro sind ein wenig happig. Für die Hälfte kämen mit Sicherheit wesentlich mehr Besucher.

  • 15 Michael Offermann 02.10.2019, 20:33 Uhr

    Es ist eine Schande das Gelder aus öffentlichen Haushalten für Werbung des DFB, was anderes ist dieses Museum nicht, herhalten müssen. Wer solche Verträge aushandelt " die Stadt unbegrenzt haftet" gehört meiner Meinung nach vor Gericht wegen Veruntreuung!!

  • 14 Rüdiger Jegotka 02.10.2019, 19:08 Uhr

    Ok, ich habe mich ja lange mit Kommentaren zum DFB- Museum in Dortmund zurückgehalten aber ich glaube jetzt wird es mal wieder Zeit... Was glaubt der DFB eigentlich wer er ist...? Die Stadt Dortmund soll jetzt für die "Miesen", die diese völlig überflüssige, arrogante, viel zu teure und besucherunfreundliche Institution erwirtschaftet hat, geradestehen. Im Jahr 2018 beliefen sich die Rücklagen des DFB auf 132 Millionen Euro..... Warum soll die Stadt jetzt für die Schulden aufkommen? Was stimmt hier nicht...?

  • 13 Harry 02.10.2019, 17:01 Uhr

    Sofort schließen und Gebäude vermarkten. DFB soll, wenn ein Fussball Museum, gebraucht wird dieses auch finanzieren.

  • 12 Fußballfan 02.10.2019, 16:13 Uhr

    komischer Verlust - der Betreiber des Museums ist die DFB-Stiftung Deutsches Fußballmuseum gGmbH. Diese hat laut Beteiligungsbericht der Stadt Dortmund zum 31.12.2018 einen Gewinn von 1,064 Mio. EUR gemacht und hat ein Eigenkaptal (größtenteils aus Projektförderung des Landes Nordrhein-Westfalen) von 13,269 Mio. EUR. Die Umsätze sind in den letzten Jahren etwas zurückgegangen.

    Antworten (1)
    • Kultur kostet Kohle 02.10.2019, 17:11 Uhr

      Endlich mal einer, der lesen kann. Sie sollten beim WDR oder bei den RN anfangen. Erstaunlich, dass die Zeitung fundierter berichtet als der örR! Es geht um BUCHVERLUSTE durch Abschreibungen. Ganz normaler Bilanzierungsblödsinn! Danke für den ersten konstruktiven Beitrag in dieser Debatte!!!

  • 11 Hansi 02.10.2019, 15:37 Uhr

    Das schöne Geld, bitte in was anderem investieren, nicht in so ein blödes fussball Museum.!!!

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