5G wird Stromverbrauch erhöhen

Die Anlage "SuperMUC-NG" am Leibniz Rechenzentrum in Garching ist eine der schnellsten der Welt.

5G wird Stromverbrauch erhöhen

  • Rechenzentren werden deutlich mehr Strom benötigen
  • Mobilfunksender selbst verbrauchen weniger Strom als 4G
  • Abwärme könnte stärker zur Wärmeversorgung genutzt werden

Der schnelle Mobilfunkstandard 5G wird den Stromverbrauch von Rechenzentren kräftig nach oben treiben. Nach einer Studie für den Stromversorger Eon wird der Energiebedarf der Rechenzentren durch 5G bis zum Jahr 2025 im Vergleich zu heute um bis zu 3,8 Milliarden Kilowattstunden steigen.

Nach den jüngsten vorliegenden Zahlen hätten die rund 53.000 Rechenzentren in Deutschland im Jahr 2017 etwa 13,2 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht. Dies teilte Eon am Dienstag (10.12.2019) mit.

Verbrauch der Mobilfunksender spielt keine Rolle

Der Verbrauch der Mobilfunksender spiele selbst keine Rolle. Die 5. Mobilfunkgeneration verbrauche - bezogen auf die übertragene Datenmenge - nur ein Zehntel des Stroms, den 4G (LTE) benötigt. Der Schub im Verbrauch kommt durch die zusätzlich benötigten Kapazitäten in den vernetzten Rechenzentren.

Jedes Rechenzentrum produziere etwa beim Kühlen der Server gewaltige Mengen Abwärme, die oft ungenutzt bliebe. Bis zum Jahr 2025 würden laut der Studie der RWTH Aachen bis zu 8 Milliarden Kilowattstunden Abwärme zur Verfügung stehen.

Nur 19 Prozent der Rechenzentren nutzen Abwärme teilweise

Eon sieht großes Potenzial, um Rechenzentren zur Wärmeversorgung von Wohnsiedlungen und Stadtteilen zu nutzen. Bislang würden nur 19 Prozent der Rechenzentren einen Teil ihrer Abwärme nutzen.

Laut Studie gibt es derzeit aber eine Reihe von Hindernissen. Es gebe keine ausreichende Verbindung der Zentren zu den Wärmenetzen. Auch sei wegen der hohen Kosten für Wärmepumpenstrom die Nutzung der Abwärme noch nicht wirtschaftlich.

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WDR 5 Profit - Topthemen aus der Wirtschaft 14.10.2019 04:31 Min. Verfügbar bis 13.10.2020 WDR 5

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Stand: 10.12.2019, 16:03