Haareschneiden in Coronazeiten

Friseurbesuch zu Coronazeiten

Haareschneiden in Coronazeiten

Von Sebastian Auer

  • Friseure öffnen unter Auflagen
  • Umfangreiche Hygienemaßnahmen
  • Termine schnell vergriffen

Sechs Wochen war Astrid Scharschmidt zum Nichtstun verdammt. Ihren Friseursalon in Essen durfte sie wegen der Coronakrise nicht öffnen. Stattdessen beantragte sie Soforthilfen und Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter.

In den vergangenen Tagen haben sie und ihr Team alles vorbereitet, damit ab Montag (04.05.20), unter Einhaltung aller Hygienevorschriften, wieder Haare geschnitten werden dürfen.

Eintritt nur nach Händedesinfektion

Friseurbesuch zu Coronazeiten

Händedesinfizieren ist jetzt Pflicht

Schon am Eingang ein großes Schild mit der Aufforderung, die Hände zu desinfizieren. Nur jeder zweite Stuhl darf genutzt werden, damit beim Haareschneiden der Mindestabstand gewährleistet ist, alle müssen Mundschutz tragen.

"Es ist eine große Umstellung. Keine Getränke, keine Zeitschriften. Kunden müssen vor der Tür warten und nach jedem Haarschnitt müssen Schere, Rasierer und Arbeitsplatz desinfiziert werden", sagt Scharschmidt.

Trotzdem ist sie froh, dass es wieder losgeht, auch wenn sie in der vergangenen Nacht schlecht geschlafen habe, gibt sie zu. "Es ist eben alles anders. Da sind wir alle etwas aufgeregt. Aber auch zuversichtlich, dass sich das schnell einspielt", sagt sie.

Nicht alle Betriebe werden wohl überleben

Friseurbesuch zu Coronazeiten

Friseurbesuch zu Coronazeiten

Die vergangenen Wochen waren für die Branche hart. Rund 15.000 Friseursalons gibt es in NRW - über 90 Prozent hätten Kurzarbeit angemeldet, schätzt der Branchenverband. Auch wenn es jetzt wieder losgeht - über den Berg sind die Betriebe längst nicht. Die Verluste sind groß, es können weniger Kunden bedient werden. Das werden nicht alle Betriebe überleben, befürchtet der Verband.

Alle Termin vergeben

Astrid Scharschmidt ist aber zuversichtlich. "Die Kunden halten zu uns, unser Auftragsbuch für die nächsten Wochen komplett voll", sagt sie. In der Tat: Das Telefon steht nicht still, ständig kommen neue Kunden in den Salon. Angst sich anzustecken hat niemand. "Bringe ich halt mein eigenes Buch mit", sagt eine Kundin, die ihre Haare färben lassen will. "Nur schade, dass es keinen Sekt mehr gibt."

Stand: 04.05.2020, 13:08

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