FFF-Proteste führten zu Gesprächen mit Siemens-Spitze

FFF-Proteste führten zu Gesprächen mit Siemens-Spitze

  • Protestakionen gegen Siemens in mehr als 30 Städten
  • Klimaaktivisten fordern Rückzug von Siemens aus Großprojekt
  • Siemens bietet Neubauer Sitz im Aufsichtsgremium
Schüler ziehen mit Friday-for-Future-Banner durch Witten

Rund 60 Schüler demonstrierten in Witten

In mehr als 30 deutschen Städten haben am Freitag (10.01.2020) Klimaaktivisten gegen Siemens demonstriert. Unter dem Motto "StopAdani" wollen sie die geplante Lieferung einer Zugsignalanlage an den indischen Industriekonzern "Adani" verhindern. "Fridays for Future" hatte zu dem Protest aufgerufen. Tausende Menschen haben laut den Veranstaltern demonstriert, darunter in Dortmund, Essen, Witten und Hamm.

Gespräche zwischen Aktivisten und Siemens

Parallel zu den Protesten haben sich unter anderem Luisa Neubauer von Fridays for Future und Siemens-Chef Joe Kaeser in Berlin zu Gesprächen getroffen. Die Gespräche bleiben aber aus Sicht der FFF-Aktivisten ergebnislos.

Fridays for Future in Essen

Auch in Essen wurde protestiert

Nach den Gesprächen sagte Neubauer: "Wir erwarten weiterhin von Siemens ein klares Bekenntnis zu den Klimazielen von Paris, dies kann nur eine vollständige Abkehr vom Adani-Projekt bedeuten.”

Siemans bietet Neubauer Sitz im Aufsichtsgremium

Siemens will angesichts von Protesten bis Montag über die Lieferung einer Zugsignalanlage für ein Kohlebergwerk in Australien entscheiden. "Es ist klar dass diese Entscheidung nicht einfach ist", sagte Konzernchef Joe Kaeser am Freitag (10.01.2020) in Berlin nach einem Gespräch mit der Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer.

Zudem bot Kaeser Neubauer einen Sitz in einem Aufsichtsgremium des künftigen Unternehmens Siemens Energy an. Der Konflikt zwischen Jung und Alt müsse gelöst werden, so Kaeser.

Der indische Industriekonzern "Adani" möchte in Australien eines der größten Kohlebergwerke der Welt errichten. Um die Kohle vom Bergwerk zum Hafen zu bringen, muss ein Teilstück einer Eisenbahnlinie neu gebaut werden. Hier kommt der deutsche Siemens-Konzern als Zulieferer Kritik nicht nur an Siemens

Nach eigenen Angaben kritisierten die Aktivisten nicht nur Siemens und die Kohleproduzenten, sondern auch die Zulieferbetriebe. Diese hätten das, was in Australien passiere, mit zu verantworten.

Ein Demonstrant hatte sich als Feuerwehrmann verkleidet und spielte damit auf die anhaltenden Buschbrände in Australien an.

Stand: 10.01.2020, 19:27