430 Klimaschützer protestierten gegen Datteln 4

Protestmarsch gegen Datteln 4

430 Klimaschützer protestierten gegen Datteln 4

  • Protest gegen den Kohlekompromiss
  • Datteln 4 soll im Sommer ans Netz gehen
  • Mehr als 400 Teilnehmer bei Protestmarsch

Klimaaktivisten von "Fridays for Future" und der Bund für Umwelt- und Naturschutz haben am Freitag (24.01.2020) gegen das Steinkohlekraftwerk Datteln 4 demonstriert. Unter dem Motto "Datteln 4? Nicht mit mir!" waren Ortsgruppen aus Datteln, Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Bochum, Gelsenkirchen, Dortmund, Witten und Münster dabei.

Protestmarsch mit mehr als 400 Teilnehmern

Um 12 Uhr hatte der Protest in der Dattelner Innenstadt mit einer Kundgebung begonnen. Mehr als 400 Aktivisten waren laut Polizei in einem Protestmarsch bis zum Kraftwerk gelaufen. Dabei hielten sie Plakate mit Aufschriften wie "Hop, Hop, Hop - Kohlestopp" in die Luft.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Der Marsch führte über die Castroper Straße und die B235 bis zum Kraftwerk am Dortmund-Ems-Kanal. Dort gab es noch eine Abschluss-Kundgebung. Während des Protestmarsches kam es zu Verkehrsbehinderungen. Unter anderem war die B235 gesperrt. Laut Polizei gab es keine Zwischenfälle, der Protest verlief friedlich.

Kraftwerk soll im Sommer ans Netz gehen

Ein Schiff fährt auf dem Dortmund-Ems-Kanal am Kraftwerk Datteln vorbei.

Bislang läuft Datteln 4 nur im Probebetrieb.

Die Demonstranten wollten auf den massiven Ausstoß von klimaschädlichem CO2 durch Datteln 4 aufmerksam machen. Außerdem haben sie auf Menschenrechtsverletzungen in den Kohleabbaugebieten in Kolumbien und Russland hingewiesen.

Bund, Länder und Kraftwerksbetreiber hatten sich vergangene Woche auf den Kohlekompromiss geeinigt. Dazu gehört unter anderem, dass das 1,5 Milliarden teure Kraftwerk Datteln 4 trotz des Kohleausstiegs ab Sommer ans Netz gehen soll.

Dortmunder Stadtwerke erwarten Klage

Als größter kommunaler RWE-Aktionär, legen die Dortmunder Stadtwerke der RWE-Konzernleitung eine Klage gegen den geplanten Ausstieg aus der Kohleverstromung nahe. "Es ist meine feste Auffassung, dass der Vorstand eines börsennotierten Unternehmens keine andere Möglichkeit hat, um das Vermögen seiner Aktionäre zu schützen", sagte Guntram Pehlke, Chef der Dortmunder Stadtwerke.

Pehlke: "Verstoß gegen Grundgesetz"

Pehlke bemängelt, dass die neuesten Kraftwerke ohne Entschädigung vom Netz gehen sollen. "Die Kraftwerke, die dann stillgelegt werden, haben dann erst eine Laufzeit von 13 Jahren hinter sich und stehen mit mehreren hundert Millionen Euro in den Büchern. Das ohne Entschädigung zu enteignen, ist meiner Meinung nach ein schwerer Verstoß gegen das Grundgesetz", so Pehlke.

Stand: 24.01.2020, 14:24