Verbände beklagen: Es fehlt an freiwilligen Helfern

Verbände beklagen: Es fehlt an freiwilligen Helfern

  • Immer weniger junge Menschen werden FSJler
  • Freiwilligenarbeit ist gut für Lebenslauf
  • Verbände suchen dringend Helfer

Immer weniger junge Menschen machen ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Das beklagen viele Wohlfahrtsverbände an Rhein und Ruhr. Besonders Tätigkeiten im sozialen Bereich sind seit der Abschaffung des Zivildienstes immer weniger gefragt. Dabei ist der Bedarf an Freiwilligen heute viel größer als noch vor acht Jahren.

Weniger Bewerber

Bei den Maltesern in Oberhausen sind dieses Jahr nur 14 von 30 Stellen besetzt. In der St.-Augustinus-Gruppe am Niederrhein ist die Situation ähnlich. Hier sind derzeit nur sieben von 30 Stellen besetzt. Doch nicht nur am Niederrhein und im Ruhrgebiet sind die Zahlen rückläufig. Verbände in Neuss, Krefeld, Viersen und Dormagen verzeichnen ähnlich starke Rückgänge. Ein Trend, der sich bei den geburtenschwachen Jahrgängen noch verstärken könnte, befürchten die Verbände.

Lieber ins Ausland

Wer es sich leisten kann, möchte lieber ein soziales Jahr im Ausland absolvieren. Für Hubert Kathage von der Arbeitsagentur in Duisburg durchaus sinnvoll. Doch auch der Dienst in Deutschland hat viele Vorzüge. "Junge Menschen sind im Anschluss an ein soziales Jahr selbstbewusster. Sie können überzeugender ihren Berufswunsch darstellen. Ein freiwilliges Jahr in einem Betrieb führt nicht selten zu einem Ausbildungsplatz. Das findet bei Arbeitgebern Anerkennung", so Hubert Kathage.

Zu wenig Geld

Die Gewerkschaft ver.di schlägt vor, den Freiwilligendienst attraktiver zu gestalten. "Es fehlt an Wertschätzung und Respekt. Auch die finanzielle Ausstattung ist nicht besonders gut im sozialen Bereich", findet Dagmar Acosta Navarro von ver.di. "FSJler und Bufdis sollen nur praktische Hilfen leisten, also unterstützen. In der Realität müssen sie aufpassen, dass sie sich nicht ausnutzen lassen", so die Gewerkschaftssekretärin. Derzeit erhalten FSJler und Bufdis 400 bis 450 Euro pro Monat für ihre Arbeit.

Stand: 13.08.2019, 14:19