Sommer, Sonne - und kein Freibad?

Enten schwimmen im Freibad

Sommer, Sonne - und kein Freibad?

  • Es wird heiß in NRW
  • Einige Freibäder wegen Corona-Krise geschlossen
  • Betreibern kleinerer Bäder sind Risiken zu hoch
  • DLRG befürchtet mehr Unfälle

Die Erleichterung bei vielen Freibad-Freunden in Dortmund dürfte groß sein. Der Stadtrat hat am Freitag (19.06.2020) entschieden, die Freibäder aufzumachen. In Dortmund war, als letzter Großstadt in NRW, noch unklar, ob die Bäder diesen Sommer überhaupt öffnen. Schließlich werden die Corona-bedingten Hygienemaßnahmen den Dortmunder Bädern ein zusätzliches Minus von rund einer Millionen Euro bescheren.

Öffnung zum Ferienstart

Deshalb hat die Verwaltung die Politik um ihr Votum gebeten. Und die hat mit großer Mehrheit entschieden, die Bäder sollen öffnen. Der Betreiber stand schon in den Startlöchern und hat noch am Freitag das neue E-Ticketing getestet, am Samstag (20.06.2020) soll es mit dem Badebetrieb losgehen.

Kinder im Freibad

Im Freibad Bornekamp in Unna kann schon seit Mitte Mai geschwommen werden

In Duisburg werden die vier städtischen Freibäder erst zum Beginn der Sommerferien öffnen. Auch andere Freibäder machen erst am ersten Ferien-Wochenende (27.06.-29.06.2020) auf, zum Beispiel das Freibad Hiltrup in Münster, das Freibad Eschbachtal in Remscheid und das Freibad Cappenberger See in Lünen.

Verzögerungen und geschlossene Bäder

Die Betreiber haben sich ähnlich wie Dortmunds Sportdezernentin Susanne Zörner nicht nur über das drohende höhere Minus Gedanken gemacht: "Außerdem haben wir hier in Dortmund immer gesagt, für uns geht Sorgfalt vor Schnelligkeit. Und möchten uns auch unter Infektionsschutzgesichtspunkten sicher sein, dass wir die Erfolge hier in Dortmund nicht gefährden."

Andere Bäder in NRW werden aus diesem Grund in diesem Jahr gar nicht mehr öffnen. Zum Beispiel in Arnsberg, sagt Bürgermeister Ralf Paul Bittner: "Dieser Schritt fällt uns nicht leicht. Wir hätten uns sehr gewünscht, den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt in diesem Sommer die Erholung in unseren Freibädern ermöglichen zu können, sind aber zu dem Entschluss gekommen, dass eine Öffnung der Bäder unter den geltenden Hygieneauflagen kaum machbar ist."

DLRG befürchtet mehr Badeunfälle

Arbeiter sitzen im Freibad

Keine Schwimmer - dafür wird das Freibad Brambauer saniert

Beide Freibäder in Arnsberg bleiben deshalb in diesem Sommer komplett geschlossen, ebenso der Eisfelder Weiher in Siegen, das Freibad in Gangelt oder der Badeweiher im Chemiepark in Marl. Es sind vor allem auch kleine Bürgerbäder wie das Freibad Brambauer in Lünen, die das Risiko sowohl finanziell als auch wegen Corona nicht eingehen möchten. In Lünen wird das Bad stattdessen in diesem Jahr saniert.

Klaus Wagner von der DLRG macht sich wegen der geschlossenen Bäder Sorgen, dass es bei einem heißen Sommer zu mehr Badeunfällen und -toten kommen könnte: "Wir haben jedes Jahr irgendwo Badetote, vor allem an unbeachteten Badestellen. Da sich aber dieses Jahr aufgrund der besonderen Situation mehr Menschen an unbewachte Badestellen begeben, ist leider mit mehr Badetoten zu rechnen." Deshalb würde jedes Bad helfen, das doch noch öffnet.

Freibaderöffnung mit Coronaregeln: "Eine kreative Aufgabe"

WDR 5 Morgenecho - Interview 19.05.2020 03:44 Min. Verfügbar bis 18.05.2021 WDR 5

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Stand: 21.06.2020, 06:00