Fehlbildungen: Ein Frauenarzt antwortet

Fehlbildungen: Ein Frauenarzt antwortet

  • Fehlbildungen in der Region Rhein/Ruhr selten
  • Methoden der Pränataldiagnostik ermöglichen Früherkennung
  • Familien bekommen Betreuung

In einem Gelsenkirchener Krankenhaus sind innerhalb kurzer Zeit drei Babys zur Welt gekommen, denen jeweils eine Hand fehlt. Viele Menschen haben jetzt Fragen rund um das Thema Fehlbildungen.

Wie häufig sind Fehlbildungen?

Der Gynäkologe Michael Krämer aus Gelsenkirchen sagt im Gespräch mit dem WDR, dass es in der Region Rhein/Ruhr glücklicherweise nur selten Fehlbildungen gebe. Genaue Zahlen könne er nicht nennen, die häufigsten Erscheinungen seien aber chromosomale Fehlbildungen. Also solche, bei denen die Erbanlage Anomalien aufweist.

Das wohl bekannteste Beispiel dafür wäre das Down-Syndrom, bei dem das Chromosom 21 dreimal vorhanden ist.

Welche Möglichkeiten der Früherkennung gibt es?

Heutzutage gebe es sehr gute Pränataldiagnostik-Methoden, um einen Embryo auf Fehlbildungen zu testen, so Krämer. Gynäkologen sind demnach dazu angehalten, die schwangeren Patientinnen über diese Möglichkeiten aufzuklären.

Zunächst könne eine Blutuntersuchung gemacht werden, um verschiedene chromosomale Fehlbildungen zu erkennen.

Andere Verfahren seien spezielle Messungen - beispielweise eine Nackenfaltenmessung mithilfe einer Ultraschalluntersuchung.

Erst danach würde eine Fruchtwasseruntersuchung vorgenommen werden, bei der durch die Bauchdecke Fruchtwasser entnommen und die darin schwimmenden kindlichen Zellen untersucht würden. Das sei eine "extrem sichere Methode, die genauere Ergebnisse liefert", so Krämer.

Was macht eine entsprechende Diagnose mit den Familien?

Oftmals seien die Familien sehr betroffen: "Sie benötigen dann viel Zuwendung von uns Gynäkologinnen und Gynäkologen", erklärt Krämer. Meistens würden die Eltern dann auch von Hebammen, oder in schlimmeren Fällen auch von Psychologen, betreut. Das hänge aber immer von dem Ausbildungsgrad der Fehlbildung ab. Auf Wunsch stelle man den Kontakt zu Betroffenengruppen her.

Stand: 13.09.2019, 17:19