Forscher warnen vor Sicherheitslücke im LTE-Netz

Zwei Forscher der Ruhr Universität schauen auf ein Smartphone, das an einer Metallkiste angeschlossen ist.

Forscher warnen vor Sicherheitslücke im LTE-Netz

Von Dirk Groß-Langenhoff

  • Hacker könnten teure Abos abschließen
  • Sraftaten im Namen der Opfer sind auch möglich
  • Sicherheitslücke betrifft so gut wie alle Smartphones

Hacker könnten durch eine Sicherheitslücke im LTE-Netz (4G) die Identität anderer Smartphonebesitzer annehmen. Das haben Forscher der Ruhr Universität Bochum jetzt herausgefunden und am Montag (17.02.2020) öffentlich gemacht.

Identitätsdiebstahl ist möglich

Den Forschungsergebnissen zufolge können die Angreifer teure Abonnements zum Beispiel für Streamingdienste auf Kosten der Opfer abschließen oder sogar Straftaten im Namen des anderen Handybesitzers begehen - beispielsweise das veröffentlichen von geheimen Firmendokumenten.

Die Sicherheitslücke betrifft so gut wie alle Geräte, die im LTE-Netz eingebucht sind. Normalerweise werden die Daten zwischen Smartphone bzw. Tablet und Funkmast verschlüsselt gesendet. Ein Hacker kann sich aber mit einem Funkgerät dazwischen schalten und vorgaukeln, es sei der Funkmast, und dem Funkmast, es sei das Mobilgerät. Durch geringfügige Änderungen der Datenpakete können Angreifer die eigentlich verschlüsselten Daten dann entschlüsseln.

Hack, Hack - Daten weg

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Die Sicherheitslücke ließe sich nur durch eine veränderte Hardware schließen, sagen die Bochumer Forscher. Auch der neue 5G-Funkstandard ist von der Sicherheitslücke betroffen. Schon 2018 hatten die Forscher auf Sicherheitslücken im LTE-Netz aufmerksam gemacht, bei denen Nutzer auf falsche Webseiten umgeleitet wurden, die ihre Passwörter abgreifen konnten.

Angeklickt: Sicherheitslücken bei "WhatsApp" Aktuelle Stunde 31.01.2020 04:13 Min. UT Verfügbar bis 31.01.2021 WDR Von Jörg Schieb

Stand: 19.02.2020, 11:01