Forensiker wollen Ex-Patienten in Kliniken einsetzen

Blick in ein Patientenzimmer einer Massregelvollzugsklinik, durch eine geöffnete Türklappe, fällt der Blick auf Bett und Tisch des Zimmers.

Forensiker wollen Ex-Patienten in Kliniken einsetzen

  • Hattingen: Kongress der forensisch-psychiatrischen Pflege
  • Ehemalige Patienten sollen in Kliniken arbeiten
  • Fachkräftemangel in Forensik groß

Ehemalige psychisch Erkrankte könnten künftig in forensischen Kliniken arbeiten. Über diesen Plan sprechen von Montag (17.06.2019) an mehr als 200 Pflegekräfte auf dem Bundeskongress der forensisch-psychiatrischen Pflege in Hattingen.

Besser einfühlen durch eigene Erfahrung

Wer schon mal selbst in einer forensischen Klinik war und erfolgreich die eigene Lebenskrise bewältigt hat, kann sich in andere Patienten besser hineinversetzen und ihnen helfen, glauben die Experten und betreten damit Neuland.

"Es handelt sich hierbei um Menschen, die selbst schon Erfahrung mit der Unterbringung, mit Straffälligkeit, mit psychischen Erkrankungen haben", so Pflegedirektor Bernd Sternberg, "und die jetzt, natürlich nach entsprechender Resozialisierung und entsprechender Ausbildung, ein Teil eines Behandlungsteams werden können."

Personeller Engpass droht

Dem drohenden Fachkräftemangel können und wollen die Pflegekräfte mit der Einstellung von ehemaligen Patienten allerdings nicht begegnen. Alleine in den Kliniken des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) werden in den kommenden drei Jahren etwa hundert Pflegekräfte in Rente gehen. Ausreichend viele Nachwuchskräfte seien bisher nicht in Sicht, heißt es.

Forensische Psychiatrie: Wie Täter psychiatrisch betreut werden (25.06.2015)

WDR 5 Leonardo 25.06.2015 Verfügbar bis 25.06.2020 WDR 5

Stand: 17.06.2019, 11:05