Millionen-Förderung für Mülheimer Krebs-Tasterinnen

Blinde Frauen tasten eine weibliche Brust ab bei Discovering Hands als neue Methode in der Brustkrebs-Früherkennung

Millionen-Förderung für Mülheimer Krebs-Tasterinnen

  • 1,4 Millionen Euro für Idee aus Mülheim
  • Blinde entdecken durch Tasten schneller Brustkrebs
  • Schon 40 Untersucherinnen im Einsatz

In der Brustkrebs-Früherkennung soll die Zahl von speziell ausgebildeten blinden Untersucherinnen weiter ausgebaut werden. Das gemeinnützige Unternehmen Discovering Hands aus Mülheim bekommt für die Ausbildung 1,4 Millionen Euro Fördergeld von einer Stiftung.

Die Medizinisch-Taktilen-Untersucherinnen, kurz MTUs, können besonders gut Gewebeveränderungen ertasten, erklärt Gynäkologe Frank Hoffmann, Gründer von Discoverings Hands: "Die MTUs untersuchen nicht wie wir Ärzte in der Praxis ein, zwei oder drei Minuten die Brust. Sondern haben 30 bis 50 Minuten Zeit. Es ist eine sehr entspannte, ruhige und menschliche Atmosphäre, die dann auch die Qualität der Brustkrebsuntersuchung sehr deutlich steigert."

Krebs – Leben nach der Diagnose Planet Wissen 27.11.2019 58:02 Min. UT Verfügbar bis 27.11.2024 WDR

Schon 65 Frauen ausgebildet

Brustkrebs kann dank des bei Blinden ausgeprägteren Tastsinns so in einem sehr viel früheren Stadium erkannt werden. Es gibt schon 40 dieser Untersucherinnen, die in Frauenarztpraxen in Deutschland arbeiten, insgesamnt 65 sind bisher in Mülheim ausgebildet worden.

Die Kosten werden von manchen Krankenkassen übernommen und ergänzen die Untersuchung durch einen Arzt. Das führt zu geringeren Behandlungskosten und schafft außerdem Arbeitsplätze für Schwerbehinderte. Jedes Jahr erkranken in Deutschland 70.000 Frauen an Brustkrebs. Bei rund 18.000 verläuft die Erkrankung tödlich.

Stand: 07.01.2019, 09:39