Festnahme bei großem Neonazi-Prozess in Dortmund

Ein Neonazi wird von der Polizei festgenommen

Festnahme bei großem Neonazi-Prozess in Dortmund

Am vierten Verhandlungstag eines großen Neonazi-Prozess wurde einer der Angeklagten sofort festgenommen. Gegen den 24-Jährigen war ein Haftbefehl beantragt worden.

Vier Polizisten führten Sebastian S. in Handschellen aus dem provisorischen Gerichtssaal am FZW. Grund der Festnahme ist aber nicht der laufende Prozess, in dem der 24-Jährige auf der Anklagebank sitzt, sondern eine offene Geldstrafe.

Hohe Geldstrafe nicht bezahlt

Ein Neonazi wird von der Polizei festgenommen

5.700 Euro muss Sebastian S. insgesamt zahlen. Das Amtsgericht Wuppertal hatte ihn dazu 2019 verurteilt, weil er an einem anderen Auto Kennzeichen abgeschraubt und an seinem eigenen angebracht hatte. Zudem war er ohne Führerschein unterwegs.

Nachdem er die Geldstrafe nicht bezahlt hatte, beantragte die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl. Zahlt der 24-Jährige weiterhin nicht, muss er für mehr als sechs Monate ins Gefängnis.

Festgenommenen droht weitere Verurteilung

Der Gerichtssaal im FZW

Im laufenden Prozess ist er, neben neun weiteren Gesinnungsgenossen, wegen Volksverhetzung angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, bei zwei Demonstrationen im Jahr 2018 die Parole "Wer Deutschland liebt, ist Antisemit" gerufen zu haben.

Der Prozess wurde am Dienstag aber schnell beendet, weil einer der Angeklagten krank ist. Neuer Termin ist der kommende Montag.

Stand: 23.11.2021, 14:47