"Skandal": Ferkel in Oberhausen, Mülheim und Moers ausgesetzt

Zwei ausgesetzte Ferkel, die auf einer Decke liegen

"Skandal": Ferkel in Oberhausen, Mülheim und Moers ausgesetzt

Mittwochabend sind an verschiedenen Orten Ferkel in Pappkartons ausgesetzt worden. Die Stadt Mülheim geht davon aus, dass es einen Zusammenhang mit Protesten von Landwirten gibt.

„Es entwickelt sich zum Skandal", sagt Volker Wiebels, der Sprecher der Stadt Mülheim. Zunächst wurden zwei Ferkel in Mülheim gefunden, ein weiteres in Oberhausen, und am Donnerstagmittag "hat die Feuerwehr Mülheim noch ein weibliches Ferkel ins Tierheim gebracht. Fundort im Gebüsch."

Wie am Freitag bekannt wurde, wurde auch in Moers im Kreis Wesel ein Schwein ausgesetzt - in einer Plastiktüte. Die Polizei schließt einen Zusammenhang zu den anderen Fällen nicht aus. Das Schwein wurde zuerst ins Tierheim Kamp-Lintfort gebracht und befindet sich jetzt auf einem Gnadenhof in Weeze. Es sei augenscheinlich gesund und nicht verletzt.

Stadt stellt Strafanzeige

Eins sei klar: "Das Ganze ist eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz und wir erstatten Anzeige gegen Unbekannt," teilt Volker Wiebels empört mit. Wer das getan hat, habe sich keine Freunde gemacht. Es zeige, dass ihm die Tiere völlig egal seien.

Nach Aussage der Tierheimleitung handelt es sich um Ferkel aus einer Massenhaltung, die kein Tageslicht kennen und daher extrem stress- und krankheitsanfällig seien. "Das ist Tierquälerei“, so Wiebels.

Vermutung: Zusammenhang mit Protesten

Ganz klar ist noch nicht, woher die Tiere stammen. Bei den zwei gefundenen Ferkeln waren auch Zettel dabei. Wie die Stadt Oberhausen mitteilt, stand auf ihnen: "Aus Verzweiflung abzugeben! Ich bin hier, da mein Landwirt die Futterkosten nicht mehr bezahlen kann, denn wenn ich groß bin (25 Kilo) bekommt er (mein Ferkelerzeuger) 20 Euro für mich! Wenn sie jemand kennen, der mich artgerecht für dieses Geld aufzieht, können sie mich gerne behalten/weitergeben."

Wegen dieser Botschaft vermutet die Stadt Mülheim einen Zusammenhang mit einer Protestaktion gestern vor der Aldi-Süd Zentrale in Mülheim. Landwirte hatten mit etwa zwanzig Traktoren dort vom Lebensmitteleinzelhandel faire Preise für ihre Produkte gefordert.

Offiziell bestätigt ist dieser Zusammenhang aber bisher nicht. Die Ferkel werden im Tierheim betreut.

Stand: 10.09.2021, 11:49