Kölner Hebamme machte Fehlbildungen von Babys publik

Kölner Hebamme machte Fehlbildungen von Babys publik

  • Sonja Liggett-Igelmund ist Hebamme in Köln
  • Sie hat die Fehlbildungen an die Öffentlichkeit gebracht
  • Fall nimmt größere Dimensionen an
  • 30 Betroffene haben sich mittlerweile gemeldet

Am Donnerstag (12.09.2019) war bekannt geworden, dass innerhalb weniger Monate drei Säuglinge mit deformierten Händen in einem Gelsenkirchener Krankenhaus geboren wurden.

Hebamme Sonja Liggett-Igelmund

Sonja Liggett-Igelmund im Interview mit dem WDR

Die Kölner Hebamme Sonja Liggett-Igelmund hatte die Fälle öffentlich gemacht, nachdem sie von den Kindern gehört hatte. Seitdem überrolle sie das Thema, erzählt sie dem WDR am Freitag (13.09.2019): "Es melden sich die ganze Zeit Eltern mit betroffenen Kindern bei mir", so die Hebamme.

Rund dreißig Fälle aus ganz Deutschland seien ihr mittlerweile bekannt. Alle Betroffenen berichten demnach von Kindern, bei denen jeweils eine Hand nicht vollständig ausgebildet ist. Sie sind im Alter von zwei Tagen bis zehn Jahren.

Wunsch nach Ursachensuche

Viele Eltern seien ihr dankbar, weil sie den Mut habe, das Thema offen anzusprechen, so Liggett-Igelmund. "Und jetzt müssen wir mal gucken, ob wir nicht eine Ursache finden, um in Zukunft Kinder zu schützen."

Sie selbst glaube nicht an Zufälle, könne über mögliche Gründe für die Fehlbildungen aber auch nur spekulieren. "Da muss man jetzt echt von zentraler Stelle gucken", fodert Liggett-Igelmund.

Zu Vermutungen, dass Umweltgifte die Deformationen auslösen könnten, möchte sie sich nicht äußern.

"Eltern möchten wissen, dass sie nicht schuld sind"

Auch für die Eltern der betroffenen Kinder sei eine Erklärung wichtig. "Alle Eltern, die mir geschrieben haben, lieben ihre Kinder. Sie merken, ein Leben mit dieser Fehlbildung ist möglich, aber Ursachenforschung liegt allen am Herzen", betont Liggett-Igelmund. "Die Eltern möchten auch wissen, dass sie nicht schuld sind."

Stand: 13.09.2019, 16:19

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