BVB-Fans kritisieren Polizei nach Revierderby

Bundespolizisten stehen auf einem Übungsgelände vor einem restaurierten Doppelstock-Waggon.

BVB-Fans kritisieren Polizei nach Revierderby

Von Peter Lautsch

  • Vorwurf: Bundespolizist tritt auf BVB-Anhänger ein
  • Aktivist der BVB-Fanhilfe im Krankenhaus
  • Bundespolizei: Schalke-Fan musste geschützt werden

Der Vorfall geschah Samstagabend (26.10.2019) nach dem 155. Revier-Derby im Dortmunder Hauptbahnhof. Ein zusätzlicher Zug hatte BVB-Anhänger gerade zurück nach Dortmund gebracht. Dann tritt ein Bundespolizist einem Fußballfan in den Leib. Das zeigt ein Video, das noch am selben Tag auf Twitter gepostet wird.

Kritik an Bundespolizei nach Derby-Einsatz Lokalzeit aus Dortmund 28.10.2019 01:50 Min. Verfügbar bis 28.10.2020 WDR Von Matthias Wagner

Fan-Kritik nach Video

Einen Tag später war der kurze Film auf dem Twitter-Account des BVB Fan-Projektes bereits über 10.000 mal angeklickt und kommentiert. Auch die Landesarbeitsgemeinschaft Fanprojekte NRW kritisiert den Polizeieinsatz, ebenfalls auf Twitter, scharf: "Niemand sollte andere treten, schon gar nicht am Boden liegend und beschuht.(…)".

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Fanhilfe: Es gab weiteren Übergriff

Ein weiterer Vorfall geschah zur gleichen Zeit weiter hinten im Bahnhof, berichtet der Lokalzeit Dortmund Jakob Scholz, Sprecher der Fanhilfe. Die Fanhilfe ist eine Anlaufstelle für Fans, die an Spieltagen Probleme mit Polizei und Justiz haben.

Ein Fanhilfe-Mitarbeiter sei, während er mit dem Handy telefonierte, vom Schlagstock eines Polizisten im Gesicht getroffen worden. Dabei habe er im Gesicht einen Bruch erlitten, der am Sonntag operiert wurde. Fanhilfe und Fan-Projekt Dortmund fordern jetzt Zeugen der Vorfälle auf, sich zu melden.

Bundespolizei spricht von "friedlichem Einsatz"

Fans der Traditionsvereine aus dem Ruhrgebiet

Revierderby Schalke gegen Dortmund

Die Bundespolizei dagegen erklärt in ihrer Abschlussmeldung zum Derby, es sei "äußerst friedlich" in ihrem Zuständigkeitsbereich gewesen. Sie notierte lediglich das Zünden von Pyrotechnik auf der Hinfahrt des Zuges. Nach der Rückfahrt hätten Beamte im Dortmunder Hauptbahnhof Pfefferspray einsetzen müssen, um einen einzelnen Schalke-Fan vor BVB-Anhängern zu schützen.

Videomaterial der Polizei

Die Vorwürfe der Fan-Organisationen kommentiert die Bundespolizei nicht. Nur so viel: Der von Fans gefilmte Einsatz sei nötig gewesen, um randalierende BVB-Fans aus dem Bahnhof zu bekommen. Auch die Bundespolizei habe Videoaufnahmen gemacht. Das gesamte Material werde der Justiz "zeitnah" übergeben.

Stand: 28.10.2019, 18:31