Duisburg: Geisterfahrerin wegen Mordversuchs vor Gericht

Duisburg Amts-und Landgericht

Duisburg: Geisterfahrerin wegen Mordversuchs vor Gericht

  • Prozessbeginn nach schwerem Unfall auf A59
  • Staatsanwaltschaft wirft Frau versuchten Mord vor
  • Gutachter: "Beschuldigte nicht schuldfähig"

Eine mutmaßliche Falschfahrerin steht seit Mittwochmorgen (12.06.2019) vor dem Duisburger Schwurgericht. Nach einem Unfall wirft ihr die Staatsanwaltschaft versuchten Mord vor.

Die Frau soll nach Angaben der Ermittler auf der A59 bei Duisburg in die falsche Richtung gefahren sein, um sich umzubringen. Laut Staatsanwaltschaft touchierte sie erst zwei Autos, bevor sie ein drittes dann mit voller Wucht frontal traf. Die zwei Insassen des entgegenkommenden Wagens wurden dabei schwer verletzt.

Ausweichen war unmöglich

Der entgegen kommende 57-Jährige war gemeinsam mit seiner Frau auf dem Weg zur Arbeit. Ein Ausweichen war unmöglich, da die rechte Spur von einem LKW belegt war. Er habe plötzlich nur noch die Lichter gesehen, die auf ihn zugekommen seien, sagte er den Richtern. "Die waren wahnsinnig grell".

Die Verletzungen durch den Unfall seien so schwer, dass sie immer noch in Behandlung seien. "Sie kann nie wieder gutmachen, was sie uns angetan hat", sagte die 52-jährige Beifahrerin als Zeugin. "Unser Leben wird nie wieder so sein, wie es einmal war".

Staatsanwaltschaft wertet Fahrt als Mordversuch

Laut Gutachten leidet die 46-Jährige unter paranoider Schizophrenie. Bestraft werden kann sie deshalb nicht. Das Gericht muss nun entscheiden, ob sie dauerhaft in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen wird.

Stand: 12.06.2019, 06:00