Gefälschte BVB-Plakate: Verein erstattet keine Anzeige

Gefälschte BVB-Plakate: Verein erstattet keine Anzeige

  • Staatsschutz ermittelt
  • Plakate wurden entfernt
  • Viel Lob in den sozialen Medien

Im Fall von illegal aufgehängten Anti-Rechts-Plakaten in Dortmund hat jetzt der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Das ist üblich, wenn es sich um politisch motivierte Straftaten handelt. Unbekannte hatten am Samstag (11.05.2019) mit der Plakat-Aktion gegen Rechts für Aufsehen gesorgt.

Die professionell aussehenden Plakate waren am Bahnhof, in der Innenstadt und auch in der Nähe des Stadions zu sehen. Bei den Motiven wurden zum Teil Porträts von BVB-Spielern und Trainer Lucien Favre verwendet. Die Schlösser der Plakat-Vitrinen wurden offenbar aufgebrochen. Fest steht mittlerweile, dass der BVB keine Anzeige wegen der gefälschten Plakate erstatten will.

Plakate ahmen offizielles BVB-Design nach

Die Plakate sehen fast aus wie aus der Marketing-Abteilung des BVB. Schriftsatz, Farben, Design von offiziellen Kampagnen wurden nachgeahmt. Zitiert wird etwa Marco Reus mit dem Satz "Lieber Schalke-Sieg als Nazi-Kiez", was als Anspielung auf Neonazis im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld verstanden werden kann.

Gefälschte BVB-Plakate gegen Nazis in Dortmund

In Dortmund sind gefälschte Plakate aufgetaucht, auf denen BVB-Kicker mit Statements gegen Rechts zu sehen sind - Urheber unbekannt. Auf positive Resonanz stoßen sie trotzdem.

Plakate gegen Nazis, auf denen bekannte aktuelle und ehemalige Größen des BVB zitiert werden, hingen zeitweise in Dortmunder Plakatkästen. Urheber unbekannt. Die Plakate, die sehr professionell aussehen, waren am Bahnhof, in der Innenstadt und auch in der Nähe des Stadions zu sehen.

Laut der Firma Wall, die Eigentümerin der Plakatboxen ist, haben sich Unbekannte Zugang zu den Werbetafeln verschafft und die Plakate dort eingespannt. Die Firma hat die Plakate bereits abgenommen und hat Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Die Polizei ermittelt nun.

Auf Twitter teilte der BVB mit, dass der Verein nichts mit der Aktion zu tun hat. "Borussia Dortmund steht für den Kampf gegen Rassismus und distanziert sich klar von jeglicher Form von Diskriminierung. Der BVB ist aber nicht Urheber der sich zurzeit im Umlauf befindlichen Plakate."

Im Netz gab es hingegen viel Zustimmung für die Aktion. So mancher Fan bedauerte, dass die Idee für die Plakatkampagne tatsächlich nicht vom BVB kam. "Das ist wirklich Schade, denn diese Plakate finde ich wirklich gut und hatte mich auch ehrlich gesagt gefreut, dass mein Verein so ein klares und richtiges Statement setzt", schrieb ein Fan. Und ein anderer kommentierte: "Geniale Aktion! Der BVB sollte sich dahinterstellen und die Aktion unterstützen!"

Der Betreiber der Werbeglasvitrinen hat die Poster entfernen lassen und Anzeige erstattet, wie eine Sprecherin am Sonntag (12.05.2019) sagte.

Urheber der Aktion sind unbekannt

Der BVB bestätigte über Twitter: Die Zitate seien frei erfunden und der Verein habe nichts damit zu tun. Von der Fangemeinde gab es hingegen auch Stimmen, die es geradezu bedauerten, dass der Verein nicht der Urheber der Plakataktion war.

Der Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus findet die Aktion der unbekannten Aktivisten hilfreich. "Wir können Unterstützung gebrauchen. Auch die BVB- Spieler könnten sich gern mal bei der nächsten Demo sehen lassen", sagt Pfarrer Friedrich Stiller.

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Stand: 14.05.2019, 09:18