Radtour im Pott? Ja, und es lohnt!

Ein Fahrradfahrer steht mit seinem Fahrrad zwischen den Beinen auf einem Radweg und schießt mit seinem Handy ein Foto von der Zeche Zollverein

Radtour im Pott? Ja, und es lohnt!

Von Janina Ribeiro

Das Ruhrgebiet taugt was zum Radfahren - sagt der ADFC. Der hat es als eins der besten Rad-Regionen Deutschlands ausgezeichnet. Radfahrblogger Simon Chrobak aus Münster testet das direkt mal.

Die Sonne strahlt und es riecht nach Frühling, wenn Simon in voller Radfahr-Montur aus dem Zug am Gelsenkirchener Hauptbahnhof aussteigt. Mit roter Sonnenbrille, Helm und seinem weißen Gravel-Rad ist er bereit für seine erste Radtour von Gelsenkirchen nach Essen. Die macht er aus einem bestimmten Grund: er testet, ob das Ruhrgebiet zum Radfahren wirklich etwas taugt.

Mit YouTube-Videos übers Radfahren bloggen

Simon Chrobak kommt aus der Fahrradhauptstadt Münster. Er bloggt auf YouTube und in seinem eigenen Podcast über seinen Lieblingssport. Er fährt aus Leidenschaft und Überzeugung: Für ihn ist das Fahrrad das Fortbewegungsmittel schlechthin. Und sein Ausgleich.

Ein Fahrradfahrer fährt lächelnd auf einer gut asphaltierten Bahntrasse im Grünen im Ruhrgebiet unter einer Brücke her

Simon genießt die Ruhe auf den Bahntrassen.

Als Münsteraner ist er mit dem Fahrradfahren groß geworden und stellt sich vielen Radfahr-Herausforderungen - in ganz Deutschland. Die Größte bis jetzt: der Brocken, mit einem Lastenrad rauf und runter. Da wird das Ruhrgebiet ja wohl ein Klacks sein.

Das pure "Haldenglück"

Das Gebiet wurde vor Kurzem mit einem herausragenden Qualitätsstandard ausgezeichnet. Das "radrevier.ruhr" zählt laut ADFC zu einem der besten radtouristischen Angebote in Deutschland und ist damit eine der wenigen Regionen, die diese Zertifizierung jemals bekommen hat.

Davon will sich Simon selbst überzeugen. Für seine Tour nimmt er sich die Strecke "Haldenglück" vor; daraus den Teil von Gelsenkirchen bis nach Essen. Es dauert nicht lang, da ist er direkt im Grünen. Das Wetter nutzen viele aus - er ist definitiv nicht der einzige Radfahrer heute auf der Strecke.

"Das ist Industrieromantik pur"

Auf den, für ihn erstaunlich gut, asphaltierten Bahntrassen überquert er die ersten Halden und Brücken. Bis jetzt ist die Qualität des Radweges sein persönliches Highlight.

Plötzlich hält er an: für sein Instagram-Profil muss er unbedingt ein Foto von der Zeche Zollverein machen. Sein Fahrrad hält als Fotomodel für Social Media hin. "Gerade noch im Grünen fährst du um die Ecke und siehst dann auf einmal diesen riesigen, wunderschönen Gebäudekomplex. Das ist Industrieromantik pur aus Radfahr-Perspektive!"

Der Pott überzeugt

Nach knapp 20 Kilometern und kurz vorm Essener Hauptbahnhof stellt Simon nochmal sein Fahrrad ab. Diesmal aber, um an der grünen Mitte, umgeben von Wasser und Eisdielengeruch, die Sonne zu genießen.

Ein Fahrradfahrer steht mit seinem weißen Fahrrad zwischen den Beinen vor einem Teich bei schönem Wetter,  lächelt in die Kamera und zeigt mit dem Daumen hoch

Simon gibt einen Daumen hoch für die Radroute.

"Die Bahntrassen haben echt Spaß gemacht. Es ist sehr ruhig und grün. Wobei der Stadtverkehr in Essen mich schon sehr an Münster erinnert. Das nervt ein bisschen, aber auch wirklich nur auf den letzten Metern." Sein Lächeln im Gesicht hält auch bis zum Schluss noch an. Die Radtour im Pott hat sich anscheinend gelohnt.

Verkehrsforscher: "Dem Fahrrad mehr Raum geben"

WDR 5 Mittagsecho 27.04.2021 04:32 Min. Verfügbar bis 27.04.2022 WDR 5


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Stand: 29.04.2021, 10:53