Zwei Fliegerbomben in Dortmund entschärft

Zwei Männer knieen neben zwei Bomben.

Zwei Fliegerbomben in Dortmund entschärft

  • Zwei Weltkriegsbomben erfolgreich entschärft
  • Mehr als 13.000 Menschen mussten Wohnungen verlassen
  • Absolutes Parkverbot im Klinikviertel noch bis Dienstag

Im Dortmunder Klinikviertel sind zwei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und entschärft worden. Mehr als 13.000 Anwohner mussten ab Sonntagmorgen (12.01.2020) aus Sicherheitsgründen ihre Wohnungen verlassen. Erst nachdem die beiden Weltkriegsbomben kurz nach 17 Uhr entschärft worden waren, durften sie wieder zurückkehren.

Viele Anwohner des Klinikviertels dürfen ihre Autos allerdings noch immer nicht zurückbringen. Dort gilt auch noch am Montag (13.01.2020) absolutes Halteverbot. Die Straßen sollen für den Rücktransport der Patienten freigehalten werden. Trotzdem abgestellte Fahrzeuge werden abgeschleppt.

Weite Teile der westlichen Innenstadt waren im Zusammenhang mit der Entschärfung abgeriegelt. Auch zwei Krankenhäuser mussten zum Teil geräumt werden. Auf Luftbildaufnahmen waren vier mögliche Fundorte für Blindgänger entdeckt worden.

Große Evakuierung im Dortmunder Klinikviertel

In der Dortmunder Innenstadt mussten am Sonntag mehr als 13.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Zwei Bomben wurden erfolgreich entschärft.

Container sollten vor einer eventuellen Explosion schützen.

Das Ordnungsamt kontrollierte die Evakuierungszone.

Die Einsatzzentrale auf dem Friedensplatz am Dortmunder Rathaus

Eine Absperrung in der Innenstadt

Am HBF Dortmund war der Haupteingang gesperrt.

Viele Anwohner warteten in den Sammelstellen auf die Bombenentschärfung.

Helfer warteten in der Sammelstelle in Scharnhorst auf Gäste.

Über 190 Anwohner waren im Lauf des Tages in der Scharnhorster Sammelstelle untergekommen.

Während der Evakuierung gab es ein Fußballquiz mit Ben Redelings.

Betroffene Anwohner hatten freien Eintritt im Dortmunder Zoo.

Das Frühstück für Bedürftige des Gast-Hauses fand heute an einem Alternativort statt.

Bombenentschärfer Karl-Friedrich Schröder (links) zeigt mit seinem Team den Zünder einer entschärften Bombe.

Weniger Bomben als vermutet

Die Bomben aus dem Klinikviertel

Am Ende stellten sich nur zwei verdächtige Funde tatsächlich als Blindgänger heraus. Eine britische 250kg-Bombe lag in der Luisenstraße vor dem Sozialamt, eine amerikanische 250kg-Bombe in der Beurhausstraße. Die Zünder beider Bomben mussten mit einer "Raketenklemme" gelöst werden. Mit Pyrotechnik wird dabei der Zünder mit hoher Geschwindigkeit abgedreht.

Bei den beiden anderen Verdachtsstellen handelte sich um alte, gußeiserne Leitungsreste.

Evakuierung der Krankenhäuser am Samstag

Aus den Krankenhäusern waren bereits am Samstag etwa 100 Menschen verlegt worden. Intensivpatienten des Dortmunder Klinikums wurden in sichere Bereiche der Klinik gebracht, mussten das Gelände also nicht verlassen.

Der Bahnverkehr in Dortmund war den Sonntag über fast vollständig lahmgelegt. Autobahnen waren von der Sperrung nicht betroffen. Damit die evakuierten Bürger sich nicht langweilen mussten, gewährten etwa der Zoo, der Westfalenpark und das Südbad freien Entritt.

Evakuierung nach Plan

Die Evakuierung verlief weitgehend problemlos. Eine Frau weigerte sich zunächst, ihre Wohnung zu verlassen. Sie litt offenbar unter psychischen Problemen und wurde in eine Klinik gebracht. Um kurz nach 17 Uhr meldete die Stadt: Auch die zweite Bombe ist erfolgreich entschärft.

Stand: 13.01.2020, 08:07