Europaweiter Polizeieinsatz gegen bandenmäßigen Betrug und Geldwäsche

Ein Blaulicht der Polizei leuchtet.

Europaweiter Polizeieinsatz gegen bandenmäßigen Betrug und Geldwäsche

Am Dienstagmorgen haben unter anderem deutsche und italienische Behörden einen Einsatz gegen europaweit agierende, mutmaßliche Geldwäscher und Betrüger durchgeführt. 

Polizisten durchsuchten Wohnungen und Gewerbeobjekte in Deutschland, Italien und der Schweiz und vollstreckten Haftbefehle. 

Neben der Staatsanwaltschaft Duisburg und der Kriminalpolizei Duisburg waren auch die italienische Finanzpolizei, die Staatsanwaltschaft Turin, Europol und die EU-Justizbehörde Eurojust an dem Einsatz beteiligt. Auch mehrere Steuerfahnder und Staatsanwaltschaften waren eingebunden.

Die gemeinsamen Ermittlungen – genannt Operation "Carta Bianca" - haben laut Staatsanwaltschaft Duisburg bereits im Mai 2019 begonnen. Einer Tätergruppe aus Italien wird vorgeworfen, unter anderem Scheinfirmen gegründet zu haben. Mithilfe dieser Scheinfirmen sollen sie in Italien öffentliche Gelder in Höhe von mehr als 27 Millionen Euro für fingierte Energieeffizienzprojekte erschlichen haben, zum Beispiel die energetische Sanierungen von Gebäuden.

Firmensitz der Scheinfirmen in Deutschland 

Die Tatverdächtigen aus Deutschland sollen einen Großteil des so erlangten Geldes "gewaschen" haben. Nach Abzug einer vereinbarten Provision in Höhe von 10% wurden die Gelder dann laut Staatsanwaltschaft wieder an die italienische Tätergruppierung ausgezahlt. Um den Geldfluss zu verschleiern, wurden nach den Erkenntnissen der Ermittler ebenfalls zum Teil Scheinfirmen gegründet. Einige dieser Scheinfirmen hatte ihren Firmensitz laut Staatsanwaltschaft in Brandenburg.

Fünf Festnahmen bei Durchsuchungen

Die Ermittlungen richten sich gegen 22 Beschuldigte im Alter von 32 bis 77 Jahren. Zu den Tatverdächtigen gehören laut Staatsanwaltschaft unter anderem zwei Inhaber von Steuerberatungs- und Treuhandgesellschaften in NRW und Baden-Württemberg sowie ein ehemaliger Finanzbeamter aus dem Ruhrgebiet

Bei den Durchsuchungen am Dienstagmorgen gab es fünf Festnahmen. Außerdem wurde Vermögen in Höhe von über einer Million Euro, Schmuck, Gold, ein Fahrzeug und Silbermünzen sichergestellt. In den nächsten Wochen werden die Beweise ausgewertet.

Stand: 23.11.2021, 14:16