Essener Tafel wieder für Ausländer offen

Menschen stehen Schlange vor dem Eingang der Tafel in Essen

Essener Tafel wieder für Ausländer offen

Von Jörg Steinkamp

  • Essener Tafel verteilt wieder Berechtigungsscheine an Ausländer
  • Über drei Monate kein ausländischer Neukunde
  • Verhältnis sei nun wieder ausgeglichen

Seit Mittwoch (11.04.2018) werden bei der Essener Tafel wieder Ausländer aufgenommen. Keine andere Tafel in Deutschland stand in den vergangenen Monaten so im Fokus der Öffentlichkeit wie die in Essen. Denn Anfang des Jahres hieß es dort: Keine Ausländer als Neukunden. Zu hoch sei der Ausländeranteil – von 75 Prozent sprachen die Verantwortlichen der Tafel. Dafür hagelte es bundesweit Kritik.

Aufnahmestopp für Ausländer war temporär

Es sei von Anfang an klar gewesen, dass die Regelung nur zeitlich begrenzt sei, so Jörg Sartor, der Vorsitzende der Essener Tafel. Das Ziel sei erreicht, so Sartor. Also 50 Prozent Deutsche und 50 Prozent Ausländer. Nun würde erst einmal wieder jeder aufgenommen, der die Kriterien erfülle, also Hartz 4 beziehe.

Bei Engpässen zählt Familienstand

Die Kapazitäten der Essener Tafel sind nur begrenzt. Sind alle Plätze vergeben, entscheiden die Verantwortlichen anhand neuer Regelungen. Dann werden Familien mit Kindern, Rentner über 60 und Schwerbehinderte bevorzugt. Und das unabhängig von der Nationalität, so Jörg Sartor. Allerdings habe man in Essen 103.000 Hartz 4-Bezieher und nur 6.000 Plätze bei der Tafel. Da müsse man aussortieren, so Sartor weiter.

Rückendeckung von Stadtspitze

Mit dem Ausländerstopp hatte sich die Tafel Kritik aus ganz Deutschland  eingefangen. Sogar Bundeskanzlerin Merkel schaltete sich in die Diskussion ein. Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen lobte die neue Regelung der Tafel. Dass zukünftig Alleinerziehende mit Kindern und Ältere bevorzugt würden, so Kufen, mit und ohne Migrationshintergrund, das sei eine gute Zielgruppe.

Stand: 11.04.2018, 09:43