Marode Sporthallen: Notprogramm für Essen

In einer Sporthalle einer Schule bröckelt der Putz von den Wänden

Marode Sporthallen: Notprogramm für Essen

  • Viele Sporthallen kurz vor Sperrung
  • Mehrere Sanierungen gleichzeitig
  • Sportvereine fürchten Engpässe

Die meisten Sporthallen in Essen haben erhebliche Mängel. Der Bauausschuss legte deswegen am Donnerstag (23.05.2019) einen Zeitplan vor, wann welche Halle saniert werden soll. Das hat allerdings zur Folge, dass in Zukunft noch mehr Hallen geschlossen werden müssen.

Die Übersichtsliste für den Ausschuss hat es in sich: Fast jede Sporthalle ist gelb oder rot markiert. Bedeutet: Die Halle wird bald wegen Sanierungen gesperrt oder ist es bereits. Jahrelang wurde kaum etwas gemacht, jetzt ist die Not groß.

Kritik von Sportvereinen

Zwar begrüßen die Sportvereine, dass etwas passiert. Alles fast gleichzeitig zu sanieren, sei aber der falsche Weg. Denn so müssen viele Vereine jetzt in andere Stadtteile ausweichen oder ihr Angebot einschränken.

Sportvereine bemängeln seit langem, dass sie viele ihrer Kurse nicht regulär anbieten können, weil Hallen und Bäder gesperrt oder sehr marode sind. Peter Wehr, Vorsitzender des TvG Holsterhausen, kritisiert auch die Kommunikation zwischen Vereinen und Stadt. Denn die Sportstätten gehören dem Sport- und Bäderamt, zum Teil der Immobilienwirtschaft sowie teilweise auch noch anderen städtischen Einrichtungen.

Mangelnde Kommunikation?

"Darum ist es nicht immer ganz leicht, rauszukriegen, wer ist denn jetzt unser Hauptansprechpartner", so Peter Wehr. "Es muss ein Beschwerdemanagement eingerichtet werden, wo Vereine eine zentrale Anlaufstelle haben."

Wie viel Geld die Stadt Essen in die Sanierung stecken will, steht noch nicht fest. Der Investitionsstau wird auf über 50 Millionen Euro geschätzt.

Wie kaputt sind unsere Schulen? Unterwegs im Westen 29.04.2019 28:30 Min. UT Verfügbar bis 29.04.2020 WDR Von Fritz Sprengart

Stand: 23.05.2019, 10:45