Heiligabendgottesdienst: In Essen Eintritt nur mit Ticket

Hand hält Kerze

Heiligabendgottesdienst: In Essen Eintritt nur mit Ticket

  • Sechs Gottesdienste nur mit Ticket besuchbar
  • Gemeinde will Andrang in den Griff kriegen
  • Vergangenes Jahr Ärger mit abgewiesenen Besuchern
Kommentare (14)

Eine evangelische Kirchengemeinde im Stadtteil Essen-Haarzopf vergibt erstmals Tickets für ihre Weihnachtsgottesdienste. Wie die Gemeinde dem WDR am Montag (10.12.2018) gegenüber bestätigt, dürfen die sechs Gottesdienste an Heiligabend nur mit Eintrittskarten besucht werden.

Vergangenes Jahr Besucher abgewiesen

Im vergangenen Jahr war der Andrang so groß, dass Besucher abgewiesen werden mussten. Manche Besucher hatten daraufhin Gemeindehelfer beschimpft, weil sie ihnen den Einlass verwehrt hatten. Das soll es in diesem Jahr nicht geben.

Neu für katholische und evangelische Kirche

Die evangelische Kirche bietet insgesamt 333 Sitzplätze. Aus Brandschutzgründen darf niemand stehen. Die kostenlosen Tickets werden derzeit unter anderem im Gemeindezentrum ausgegeben.

Das Vorgehen der Essener Gemeinde scheint neu zu sein: Weder den evangelischen NRW-Landeskirchen noch dem Ruhrbistum ist bekannt, dass es noch weitere Gemeinden gibt, die Eintrittskarten für den Heiligen Abend ausgeben.

Einlass mit Sicherheitsdienst

Das Phänomen der vollen Kirchen an Heiligabend sei jedoch seit Jahren bekannt, sagt Pressesprecher Jens Peter Iven von der Evangelischen Kirche im Rheinland. "Die Behörden achten immer strenger darauf, dass Rettungswege in den Kirchen eingehalten werden. Einige Gemeinden setzen etwa einen Sicherheitsdienst ein, der die Besucher zählt. Andere übertragen die Gottesdienste in das Gemeindezentrum. Der Platz in den Kirchen ist eben begrenzt."

Stand: 10.12.2018, 17:00

Kommentare zum Thema

14 Kommentare

  • 14 Ingrid Stiehler 11.12.2018, 23:11 Uhr

    Sehr vernünftig von der Kirchengemeinde - allerdings hätte man die Karten bereits an die Kirchenbesucher der Adventsmessen verteilen sollen - dann hätten die Besucher die regelmäßig kommen und denen der Besuch der Kirche wichtig ist, wenigsten einen Platz in ihrer Kirche sicher - diejenigen, die Weihnachten nur als Event zum Geschenkeaustausch betrachten (wer am Heiligenabend in der Kirche andere anpöbelt gehört sicherlich zu der Kategorie), sollte dafür Verständnis zeigen. Haben sie dies nicht, wäre es ein weiteres Zeichen für fehlende Nächstenliebe und christliche Gesinnung ... und würde sich wohl kaum ändern, wenn sie einen Sitzplatz bekämen. Hätten sie wirklich Interesse der Hl. Messe beizuwohnen, würde es ihnen nichts ausmachen, als seltener Gast, eine andere Gemeinde zu besuchen, oder die angebotene Übertragung anzusehen!

  • 13 Lara Weinard 11.12.2018, 07:33 Uhr

    Ich finde den Sicherheitsaspekt wichtig. Und ehrlich gesagt, ist es schade, dass die Leute sich im vergangenen Jahr an Weihnachten so verhalten haben, nur weil sie aus Sicherheitsgründen nicht mehr in die Kirche durften. Warum beschimpft man da die Mitarbeiter? Es geht um das Wohl/die Sicherheit der Menschen. Die Gemeindehelfer haben richtig gehandelt und werden dafür gescholten. Das ist nicht in Ordnung. Und so eine Aggressivität an Weihnachten an den Tag zu legen ist mir unbegreiflich. Da fehlt für mich die Nächstenliebe gegenüber den Personen, die für die menschliche Sicherheit sind. Und wer das nicht versteht, braucht auch an Weihnachten nicht in die Kirche gehen. Klar ist es auch eine Stück weit Tradition was ich verstehen kann. Aber es wäre schön, wenn die Leute das Jahr über sich an Nächstenliebe denken würden und ihren Mitmenschen und dem Glauben gegenuber gegenüber etwas aufgeschlossener wären...

  • 12 Frank Honysz 11.12.2018, 06:50 Uhr

    Eintrittskarten für die Kirche? Welche Kriterien gelten für die Vergabe? Gab es ein EU-zertifiziertes Vergabeverfahren? Gibt es Family-Cards? Oder hätte ich Zeit gehabt, über das Jahr Punkte auf meiner Paybackkarte zu sammeln? Wenn ja, verfallen die, wenn ich keine Eintrittskarte bekomme oder kann ich die auch später nutzen, z. B. beim Kauf von Ablassbriefen. Im Ernst, der Kirchenbesuch an Heiligabend gehört für viele Menschen, die ihren Glauben ansonsten im Stillen praktizieren, zum Fest dazu. Dafür darf es dann schon mal ein wenig kuscheliger in der Kirche sein. Vielleicht sollte die Gemeinde bei de Auswahl des Ordnungspersonals mehr auf die Statur achten und auf den Verstand der Besucher hoffen.

  • 11 mawi 11.12.2018, 06:04 Uhr

    Man möchte einen Gottesdienst besuchen und BESCHIMPFT die Gemeindehelfer, weil man aus gutem Grund nicht eingelassen wird? Interessantes Phänomen...

  • 10 Pitter 10.12.2018, 23:12 Uhr

    "Sicherheit ist nicht verhandelbar" schreibt hier jemand. Es ist ein Phänomen unserer Zeit, dass sich jeder durch die Platzierung populärer Phrasen profilieren möchte, aber ich fände es schön, wenn auch Fakten eine Rolle spielten: Wie viele Menschen sind denn in Deutschland in den letzten 50 Jahren beim Besuch eines überfüllten Gottesdienstes zu Schaden gekommen?

  • 9 Fritzsche 10.12.2018, 23:09 Uhr

    auch in der Ekhn gibt es Heiligabend kostenlose Eintrittskarten um genügend Platz für die Besucher anzubieten.

  • 8 Assindius 10.12.2018, 21:52 Uhr

    Scheinheilige Nacht! Streit und Aufregung, weil man nicht in die Kirche kommt? Wo ist da die Nächstenliebe??? Frauen und Kinder zuerst und für alle anderen gibt's bestimmt eine Metten-App. Aber im Ernst, lasst die Leute in die Kirche, welche ihren Glauben auch außerhalb von Weihnachten und Ostern praktizieren. Alle anderen sollten sich in Demut hinten anstellen... Kirche ist doch kein Popkonzert oder irgeneine gesellschaftliche Verpflichtung. Und wer jetzt denkt '...ich zahle doch Kirchensteuer', der/die sollte über das warum, wieso, wofür noch einmal ernsthaft nachdenken. Frohe Weihnachten!!!

  • 7 leo 10.12.2018, 20:28 Uhr

    Gehen sie alle rein, dann gehen sie nicht alle rein. Aber weil sie nicht alle reingehen, gehen sie alle rein...

  • 6 ??? 10.12.2018, 19:14 Uhr

    Die Kapazität ist begrenzt und die Sicherheit ist nicht verhandelbar. Worüber soll hier diskutiert werden?

  • 5 Prof. Dr. F. Ley 10.12.2018, 19:01 Uhr

    Wie wäre es, wenn alle diese lieben Leute, die sich immer nur am 24.12. in die Kirchen drängen, das ganze Jahr über Sonntags den Gottesdienst besuchen würden. Ich selbst bin als bekennender Christ fast Jeden Sonntag im Gottesdienst. Dafür spare ich mir dann aber der Gottesdienst am Heiligabend. Übrigens der wichtigere chrisliche Feiertag ist Ostern und nicht Weihnachten!

    Antworten (2)
    • Mark M. 10.12.2018, 22:02 Uhr

      Wie wäre es, den Menschen selbst zu überlassen ob und wann Sie ihren Glauben oder eine lieb gewonnene Tradition ausleben wollen?

    • mawi 11.12.2018, 06:13 Uhr

      Wenn das Ausleben von Traditionen solche Auswüchse hat, beantwortet sich die Frage doch von selbst.

  • 4 Peter Fuchs 10.12.2018, 18:45 Uhr

    Wenn die Gemeinden übers Jahr immer kleiner und Kirchen geschlossen werden, stehen eben auch weniger Plätze an hohen Feiertagen zur Verfügung. Eintrittskarten sind nicht schön, aber zumindest hat jeder, der sich rechtzeitig anmeldet, die gleiche Chance auf einen Platz. Man könnte etwas aktiv dagegen tun und insgesamt häufiger in die Kirche gehen.