Das Bild zeigt die Durchführung eines PCR-Tests.

Millionenbetrug: Essenerin muss für Fake-Testzentren ins Gefängnis

Stand: 04.03.2022, 13:48 Uhr

Eine Frau aus Essen hat mit angeblichen Corona-Tests und erfundenen Impfungen mehr als eine Million Euro ergaunert. Sie muss dafür drei Jahre ins Gefängnis.

Die Masche der Betrügerin aus Essen: Sie richtete Konten und Email-Adressen für Fake-Unternehmen ein. Knapp 1,1 Millionen Euro nahm sie 2021 so in wenigen Monaten ein - mit elf Corona-Teststationen, die gar nicht existierten, Tests, die nie gemacht wurden und mit vermeintlichen Impfungen.

Kassenärztliche Vereinigungen zahlten Geld aus

Ihr erstes "Testzentrum" habe sie vom Handy aus mit ihrem richtigen Namen unter ihrer echten Wohnanschrift in Essen angemeldet. Weitere folgten, vor allem in Bayern und Baden-Württemberg.

Allein die KV Nordrhein soll ihr rund 190.000 Euro überwiesen haben. Der Betrug flog erst auf, als eine Bank den Verdacht der Geldwäsche hegte und den Behörden anzeigte.

Richterin: Es war leicht, zu betrügen

Für ihre Tat muss die 49-jährige Busfahrerin jetzt für drei Jahre ins Gefängnis. Bei der Verhandlung vor dem Essener Landgericht gab es von ihr ein Geständnis. Für die Richterin gab es außerdem noch einen anderen Grund, die Strafe abzumildern: Es sei der Frau ziemlich leicht gemacht worden, zu betrügen.

Fast 925.000 Euro konnten die Ermittler noch sicherstellen. Wo der Rest der Summe abgeblieben ist? Unklar. Die mehrfach vorbestrafte Frau gab an, Schulden zurückgezahlt und ein Auto gekauft zu haben.

Über dieses Thema haben wir am 4.3.2022 im WDR Hörfunk berichtet: Lokalzeit Ruhr, 14.31 Uhr