Krebs gezielt bekämpfen: Neue Tumorzentren in Köln und Essen

Krebs gezielt bekämpfen: Neue Tumorzentren in Köln und Essen

In NRW wird es zwei neue Tumorzentren geben, an denen Krebserkrankungen gezielt behandelt werden sollen. Der Bund hat dafür heute Zuschüsse in Millionenhöhe zugesagt.

Bärbel Söhlke hat Lungenkrebs, seit 13 Jahren schon - und es geht ihr gut. "Eigentlich wäre ich seit acht Jahren nicht mehr am Leben", sagt sie: Die Chemotherapie schlug nicht an. In letzter Sekunde entdeckte man bei ihr eine seltene Genmutation, für die es ein passendes Medikament gab. Jetzt nimmt sie einmal am Tag eine Tablette, mit dem der Tumor in Schach gehalten wird.

In Köln und Essen werden solche Krebs-Gene aufgespürt. Die Analyse macht es möglich, Krebspatienten wie Bärbel Söhlke gezielt zu behandeln. Bisher profitieren davon aber nur ein knappes Viertel der 100.000 Menschen in NRW, die jedes Jahr erkranken.

Damit es mehr werden, unterstützt der Bund die beiden Kliniken als Teil des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen mit 15 Millionen Euro im Jahr. Das hat Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Mittwoch bekanntgegeben. Damit gibt es sechs Standorte in ganz Deutschland, die den Krebs erforschen und die Ergebnisse schneller publik machen. "Am Ende dieser Forschung wird stehen, dass Krebs für die meisten Patienten keine unmittelbare todbringende Erkrankung ist, sondern vielleicht eine, die man kontrollieren kann und vielleicht auch heilen kann", so Michael Hallek, Direktor der Inneren Medizin an der Uniklinik Köln.

Allerdings, sagt Hallek im WDR-Fernsehen weiter, ist der Forschungsstand sehr unterschiedlich. Bei solch seltenen Krebsarten wie die von Bärbel Söhlke sei man sehr weit, bei Erkrankungen im oberen Bauchraum wie der Bauchspeicheldrüse oder der Galle deutlich weniger. Deswegen sei eine Zusammenarbeit so wichtig.

Stand: 23.09.2020, 19:27