Essen dreht Impf-Erklärvideos für soziale Brennpunkte

Symbolbild: Junger Mann wartet auf Stuhl auf seinen Impftermin. An der Wand ist eine große gemalte Spritze zu sehen.

Essen dreht Impf-Erklärvideos für soziale Brennpunkte

In vielen sozialen Brennpunkten sind die Corona-Infektionszahlen aktuell sehr hoch. Die Stadt Essen geht nun einen speziellen Weg, um dieses Problem zu lösen.

Die Stadt will Menschen in sogenannten "Problemstadtteilen" über die Themen Corona und Impfen jetzt mit Erklärvideos informieren. Denn auch in Essen liegen die Infektionszahlen in Gegenden mit wirtschaftlich schwächerer Bevölkerung deutlich höher als im restlichen Stadtgebiet.

In einem der Erklärvideos kommen deshalb auch Imame zu Wort, in einem weiteren arabische Ärzte des Impfzentrums. Die Filme werden in dieser Woche gedreht. Gezeigt werden sie dann auf den Internetseiten der Kultur- und Migrantenvereine.

Das soziale Versagen der Corona-Politik

WDR RheinBlick 29.04.2021 29:33 Min. Verfügbar bis 29.04.2022 WDR Online


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Deutlich höhere Sterblichkeit

Fassade eines heruntergekommenen Wohnhauses

Beengte Wohnverhältnisse - ein Faktor für häufigere Ansteckungen

Sprachbarrieren und beengte Wohnverhältnisse sind die häufigsten Gründe, warum sich in Problemstadtteilen mehr Menschen mit Corona infizieren als anderswo. In Essen, aber auch in anderen Ruhrgebiets-Städten, ist darüber schon länger eine politische Diskussion im Gange.

Essens Gesundheitsdezernent Peter Renzel hatte die Debatte angestoßen, indem er sich auf Erkenntnisse des Robert Koch-Instituts berufen hatte. Nach denen sei die COVID-19-Sterblichkeit in ärmeren Regionen um 50 bis 70 Prozent höher.

Kontroverse Diskussion um Migranten

Renzel hatte hier einen stärkeren Fokus auf Menschen mit Migrationshintergrund angeregt, was ihm von politischen Gegnern zum Teil Rassismusvorwürfe einbrachte. Oberbürgermeister Thomas Kufen stellte sich vor seinen Dezernenten: "Das Handeln der gesamten Stadtverwaltung ist grundsätzlich diskriminierungsfrei."

Nun soll also in den Erklärvideos unter anderem die Wichtigkeit einer Impfung deutlich gemacht werden. Die Stadt Essen versucht zurzeit, das Thema verschiedenen Gruppen näher zu bringen: Aktuell werden auch Obdachlose und Geflüchtete von mobilen Impf-Teams aufgesucht.

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Stand: 04.05.2021, 14:10