Dramatisches Eschensterben im Ruhrgebiet

Dramatisches Eschensterben im Ruhrgebiet

Von Matthias Wagner

  • Fast der gesamte Eschen-Bestand im Ruhrgebiet krank
  • Nur wenige Bäume scheinen resistent zu sein
  • Nachzucht als einzige Lösung
Revierförster Andreas Weber zum Eschensterben

Förster in NRW melden einen dramatischen Pilzbefall bei Eschen. Besonders stark betroffen sind zum Beispiel Bäume in Hamm, Bönen und Essen. Dort sind mehr als 90 Prozent des Eschenbestandes inzwischen befallen.

In den 1990er-Jahren trat das unscheinbare "Falsche Weiße Stengelbecherchen" zuerst in Skandinavien und Polen auf. 2002 gab es erste Schäden in Deutschland. Seitdem hat sich der Pilz fast auf den gesamten Bestand im Ruhrgebiet ausgeweitet. Botaniker gehen davon aus, dass die schnelle Verbreitung eine Folge der Globalisierung ist.

Rettung der Eschen kaum möglich

Hymenoscyphus pseudoalbidus, so heißt der Pilz unter Botanikern. Ihn großflächig zu bekämpfen, ist nicht möglich. Fungizide zu versprühen, also Pflanzenschutzmittel gegen Pilze, funktioniert nur auf kleinen Flächen.

Oft sind aber große Flächen befallen. Außerdem können aus der Luft nicht alle Bereiche des Baumes erreicht werden.

Die Esche als Sicherheitsrisiko?

Der Pilz lässt zuerst die Triebe der Esche absterben. Dann breitet sich die Krankheit auf den gesamten Baum aus.

In öffentlichen Bereichen müssen die Bäume deswegen teilweise gefällt werden, da sie eine Gefahr darstellen. Sie sind zum Beispiel anfälliger bei starkem Wind.

Nachzucht als mögliche Rettung

"Das Problem wird sich in den kommenden Jahren verschärfen," sagt Patrick Knopf, Pflanzenexperte im botanischen Garten Rombergpark in Dortmund. "Es ist ähnlich wie bei den Platanen und Kastanien. Durch den Klimawandel werden immer mehr Bäume von Krankheiten betroffen sein."

Nur ein kleiner Prozentsatz scheint resistent gegen den Pilz zu sein. Die Revierförster sind gerade dabei, diese Bäume zu finden und über eine spezielle Software in Lagepläne einzutragen.

Revierförster Andreas Weber macht das für seine Bestände in Dortmund: "Nur so haben wir eine Chance, gesunde Bäume nachzuzüchten. Die Situation ist dramatisch."

Wie geht es unserem Wald?

WDR 5 Leonardo Top Themen 22.11.2017 07:16 Min. WDR 5

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Stand: 03.07.2018, 06:00

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