Erstes Waschhaus für Muslime in Hagen

Waschhaus für Muslime

Erstes Waschhaus für Muslime in Hagen

Von Peter Fischer

  • Grabfeld für Muslime gibt es schon
  • Waschungen bisher vor Ort nicht möglich
  • Beisetzung in Leinentüchern

In Hagen wird seit Donnerstag (10.10.2019) eine Einrichtung für religiöse Waschungen verstorbener Muslime gebaut. Das Waschhaus entsteht auf einem Friedhof im Ortsteil Vorhalle.

Grabfeld seit 16 Jahren


Dort hatte die Stadt schon vor 13 Jahren ein Grabfeld für muslimische Bestattungen angelegt. Nach den Regeln der Religion müssen die Gräber nach Osten – also gen Mekka ausgerichtet sein.

Gleichzeitig wurde die Hagener Friedhofssatzung um den Passus „Tuchbeisetzung“ ergänzt. Verstorbene Muslime werden weder in Särgen noch Urnen, sondern in Leinentüchern beerdigt.

Waschungen bisher im Obduktionsraum


Unmittelbar vorher wird der Leichnam einer religiösen Waschung unterzogen. Die fanden bisher in Räumen der Hagener Moscheen statt oder in einem Obduktionsraum eines anderen städtischen Friedhofs. Dort lässt die Polizei auch Leichen sezieren. Der Raum wirkt morbide und kalt.

Deshalb errichtet die Stadt jetzt ein eigenes Waschhaus auf dem Vorhaller Friedhof. Das hat zudem den Vorteil, dass der Weg zum Grab kurz ist. Gebete, Trauer-Zeremonien und andere religiöse Handlungen können quasi am selben Ort stattfinden.

Viele Migranten in Heimat beigesetzt


Fraglich ist, wieviele Muslime das künftige Waschhaus nutzen werden. Da ist sich auch die Hagener Friedhofsverwaltung noch unsicher. Denn viele verstorbene Migranten werden noch immer zu einem Grab in ihre Heimat zurückgebracht.

Doch angesichts der großen Zahl an Zuwanderern hat sich die Stadt für den Bau des Waschhauses entschieden – auch auf Wunsch mehrerer muslimischer Vereine.

Stand: 10.10.2019, 09:45

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