Campus der Universität Duisburg-Essen

Bessere Noten gegen Geld? Uni Duisburg-Essen zieht Konsequenzen

Stand: 05.10.2021, 15:20 Uhr

Die Universität Duisburg-Essen reagiert nun auf den Fall einer Mitarbeiterin, die gegen Geld Noten von Studierenden verbessert haben soll. Den Studierenden droht die Aberkennung ihrer Abschlüsse.

Bessere Noten gegen Bezahlung - schon jahrelang soll das an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen Realität sein. Um zukünftig einen solchen Skandal zu vermeiden, sollen die Prüfer die Noten der Studierenden selbst in das System eintragen.

Bisher wurden die Noten zentral im Prüfungssekretariat in den jeweiligen Zeugnissen eingetragen. Zusätzlich will die Uni stichprobenartig kontrollieren, ob auf den Abschlusszeugnissen auch wirklich die Noten stehen, die vorher nach einer Prüfung vergeben wurden.

Studierenden droht Aberkennung ihrer Abschlüsse

Der Mitarbeiterin des Prüfungssekretariats wurde inzwischen gekündigt, die Uni hat Strafanzeige bei der Polizei gestellt. Die Staatsanwaltschaft Essen hat die Ermittlungen übernommen, wie ein Sprecher dem WDR am Montagabend bestätigte. Es liege ein Verfahren wegen Korruptionsdelikten vor.

Daneben droht zahlreichen Absolventen die Aberkennung ihrer Abschlüsse. Die Prüfungsordnung lasse bei "gekauften Noten" wenig Spielraum, sagte Hochschulsprecher Thomas Wittek. "Und die Studierenden, die noch an der Uni sind - bei denen wird die Prüfung als 'nicht bestanden' gewertet. Und es können weitere Sanktionen folgen, je nach Schwere des Vergehens." Das könne zum Beispiel auch bedeuten, dass sie die Uni verlassen müssen.

Ermittlungen dauern an

Zu den Vorwürfen hat die Universität Duisburg-Essen Anfang des Jahres einen anonymen Hinweis erhalten und zunächst intern ermittelt - die Hinweise haben sich erhärtet, die Uni hat daraufhin selbst Anzeige erstattet. Zu den genauen Summen konnte die Universität keine weiteren Angaben machen. Es gehe aber auch um Fälle, die schon ein paar Jahre zurückliegen, teilweise aus dem Jahr 2017.

Jens Andreas Meinen, Kanzler der Universität Duisburg-Essen, will die Ermittlungen weiter unterstützen: "Hier geht es um das Vertrauen in unsere Prüfungsverfahren und die Abschlüsse, die man bei uns erwerben kann. Wir sind froh, dass Polizei und Staatsanwaltschaft gründlich ermitteln, um den Sachverhalt aufzuklären."

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