Besondere Erinnerung an jüdische Sportler in Bochum

Aufsteller mit dem Bild zweier Ringer in der Fußgängerzone im Rahmen der Ausstellung über deutsch-jüdische Sportler in Bochum

Besondere Erinnerung an jüdische Sportler in Bochum

Von Daniel Chur

In Bochum wird jetzt an deutsch-jüdische Sportler in Deutschland in der Zeit vor 1933 und danach erinnert. Lebensgroße Aufsteller zeigen die Menschen - und ihre Schicksale.

Sie hießen Gretel Bergmann, Julius Hirsch oder Helene Mayer. In der Zeit vor 1933 waren sie alle erfolgreiche Sportler in Deutschland. Und sie waren Juden. Dem sportlichen Erfolgen folgten oft: Flucht, Deportation, Tod. In Bochum wird nun daran erinnert.

Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und andere Initiatoren vor einem Aufsteller in der Fußgängerzone bei der Ausstellung über deutsch-jüdische Sportler in Bochum

Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (4.v.l.) und weitere Initiatoren bei der Einweihung

In der Innenstadt gibt es seit Mittwoch eine Ausstellung, die deutsch-jüdischen Sportlern gewidmet ist. Mitten in der Einkaufsstraße stehen einen Monat lang lebensgroße Figuren von insgesamt 17 früheren Sportstars. "Zwischen Erfolg und Verfolgung" - das ist der Titel der Ausstellung.

Viele Persönlichkeiten - viele Schicksale

Aufsteller mit dem Bild einer Diskurs-Werferin in der Fußgängerzone im Rahmen der Ausstellung über deutsch-jüdische Sportler in Bochum

Aufsteller wie dieser stehen nun mitten in Bochum

Auf einem der schwarz-weißen Aufsteller ist zum Beispiel die erfolgreiche Leichtathletin Martha Jacob zu sehen, wie sie mit einer Diskus-Scheibe zum Wurf ausholt. Oder aber auch der Fußballpionier Walther Bensemann, Mitbegründer des Deutschen Fußball-Bundes.

Auf den Rückseiten der Aufsteller stehen Informationen zu den Sportlern. Dort liest man zum Beispiel von der zehnfachen Deutschen Leichtathletikmeisterin Lilli Henoch, die von den Nazis deportiert und ermordet wurde.

Gretel Bergmann, jüd. Sportlerin (Geburtstag 12.04.1914)

WDR ZeitZeichen 12.04.2019 14:47 Min. Verfügbar bis 09.04.2099 WDR 5


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Ausstellung auch online

Die Austellung, die es auch schon an anderen Orten gegeben hat, wurde durch die DFB-Kulturstiftung konzipiert und finanziert. Sie ist über QR-Codes mit einer Online-Ausstellung verknüpft. In der kann man weitere Texte, Bilder und Filme zu dem Thema sehen. In Bochum läuft die Ausstellung bis zum 9. November.

Stand: 07.10.2020, 16:17