Hagen: Erdwärme für trockenes Papier

Vibro-Truck rüttelt auf der A1 Asphaltdecke

Hagen: Erdwärme für trockenes Papier

Von Peter Fischer

Wie heiß ist es zwischen Hagen und Dortmund in vier Kilometern Tiefe? Das wollen Messtrupps einer Essener Spezialfirma zusammen mit Experten des Fraunhofer Instituts gerade herausfinden. 

In Auftrag gegeben hat die Untersuchung die Hagener Papierfabrik „Kabel Premium Pulp & Paper“. Sie möchte künftig die Erdwärme nutzen, nämlich um das Papier zu trocken - ein Vorgang, der sehr viel Energie benötigt. Um die 130 Grad Celsius müßten dazu in großer Tiefe schon herrschen.  

Vibro-Trucks arbeiten mit Rüttelplatten

Um das herauszufinden, sind vier Spezialfahrzeuge mit Rüttelplatten unterwegs - sogenannte Vibro-Trucks. Die etwas martialisch anmutenden grauen LKW fahren zwei sogenannte Profillinien ab, die sich etwa auf Höhe der Papierfabrik kreuzen und jeweils zehn Kilometer lang sind. Auf den beiden Strecken stoppen die Laster alle fünfzig Meter und senken ihre Rüttelplatten ab.

Erdboden schwingt durch enormen Druck

Mit rund zwanzig Tonnen Druck bringen sie den Erdboden zum Schwingen. Wer in hundert Metern Entfernung daneben steht, kann es leicht spüren. Für Anwohner, die um ihre Häuser bangen, geben die Experten jedoch Entwarnung.

Die Schwingungen werden an den Gesteins-Schichten in der Erde reflektiert und von dutzenden Spezialmikrofonen aufgenommen. Die sind schon Tage vor den Messungen entlang der Profil-Strecken aufgestellt worden.

Gefragt: Genaues Bild vom Untergrund

Die so gesammelten Daten werden vom Fraunhofer Institut in den kommenden Wochen ausgewertet. Danach soll sich ein genaues Bild des Untergrundes ergeben - und damit eben auch die Temperatur in viertausend Metern Tiefe.

Stand: 23.02.2021, 06:35