Urteil: Zwangsräumung wegen unpassierbarer Straße in Ennepetal abgewendet

Geröll und Sand auf Straße

Urteil: Zwangsräumung wegen unpassierbarer Straße in Ennepetal abgewendet

Insgesamt sieben Anwohner sollten in Ennepetal ihre vier Häuser verlassen, weil es nach dem Hochwasser keine offizielle Zufahrt mehr gibt. Jetzt hat das Landgericht Hagen eine Zwangsräumung abgewendet.

Die Häuser stammen aus dem 19. Jahrhundert und hatten bisher einen Anschluss an das Straßennetz über einen Privatweg. Der aber ist nach dem Hochwasser zerstört. Ein Bach wurde zum reißenden Fluss und hat einen anderthalb Meter tiefen Graben in den Weg gerissen.

Eigentümerin wehrt sich gegen Instandsetzung

Selbst reparieren lassen konnten die Anwohner den Weg zu ihren Häusern nicht, weil der in Privatbesitz ist. Die Eigentümerin, eine Schmiede, will die Zufahrt aber nicht instand setzen lassen, auch wenn sie die Kosten dafür erstattet bekäme. So bleibt nur ein eigentlich unpassierbarer Waldweg.

Für die Stadt heißt das, dass die Häuser keine offizielle Zufahrt mehr haben. Die Folge: Weil ein Rettungsweg fehlt, hatte die Stadt den Hausbesitzern gedroht, ihnen zu untersagen, ihre Häuser ab Mitte Oktober weiter zu nutzen.

Anwohner haben Anwälte eingeschaltet

Weil die Stadt diese Frist aber nicht rechtsverbindlich machte, durften die Anwohner zunächst bleiben. Die Stadt hatte ihnen daraufhin bis zum 12. November Zeit gegeben, einen Rettungsweg zu den Häusern sicherzustellen.

Urteil: Weg darf repariert werden

Am Mittwoch (10.11.21) hat nun das Landgericht Hagen den Anwohnern Recht gegeben: Den zerstörten Weg zu vier Häusern im Heilenbecker Tal dürfen die Eigentümer auf ihre Kosten wieder herstellen. Der Betrieb muss dulden, dass sie über sein Firmengelände zu ihren Häusern fahren. Das, so die Richter, sei der einzig möglich Zuweg, etwa für Rettungsfahrzeuge. Der Betrieb kann noch gegen das Urteil vorgehen.

Stand: 10.11.2021, 18:43

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