Enervie-Mitarbeiter bekommen mehr Geld

Enervie-Mitarbeiter bekommen mehr Geld

  • Gewerkschaft und Enervie haben sich geeinigt
  • Mitarbeiter haben in Urabstimmung zugestimmt
  • Arbeit in Hagen wieder aufgenommen

Seit Montagmorgen (23.07.2018) wird beim Energieversorger Enervie wieder normal gearbeitet. Die Gewerkschaftsmitglieder haben in einer Urabstimmung dem Tarifvertrag zugestimmt. Es gibt mehr Geld für die 1000 Mitarbeiter.

Lohnerhöhung beschlossen

Nach mehr als einer Woche Streik hatten sich vergangene Woche die Gewerkschaft Verdi und Enervie geeinigt. Gewerkschaft und Enervie haben sich auf eine Lohnerhöhung in diesem Jahr um drei Prozent und in den kommenden beiden Jahren um jeweils 1,5 Prozent geeinigt.

Am Donnerstag (19.07.2018) hatte die Gewerkschaft wieder vor dem Werkstor bei Enervie in Hagen gestreikt. Von sechs Uhr morgens bis zum Mittag hatten mehrere hundert Mitarbeiter den Firmensitz in Hagen blockiert. Die Gewerkschaft Verdi hatte dazu aufgerufen. "Da soll niemand mehr rein oder raus kommen", sagt Verdi-Verhandlungsführer Jörg Koburg auf WDR-Nachfrage. Lediglich Mitarbeitern, die in Notdiensten eingeteilt sind, werde Zutritt gewährt.

Gewerkschaft hat den Druck erhöht

Am Freitag (20.07.2018) sollten eigentlich die Kundenzentren des Unternehmens in Hagen und Lüdenscheid blockiert werden. Aber durch die Einigung hat sich das erledigt. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich sechs Prozent mehr Lohn gefordert. Enervie hatte zunächst für 2018 und 2019 eine Einmalzahlung von insgesamt 1.000 Euro und geringe Lohnsteigerungen in den nächsten zwei Jahren angeboten.

Verdi-Verhandlungsführer Jörg Koburg

Verdi-Verhandlungsführer Jörg Koburg

Für Verdi war das ein absolut inakzeptables Angebot, das "zur Eskalation der Tarifrunde und zu massivem Widerstand" führe, so Jörg Koburg. Zwei Jahre lang hatte die Belegschaft auf Lohnerhöhungen verzichtet und dazu beigetragen, das finanziell angeschlagene Unternehmen zu retten.

Klärschlammverbrennung geht wieder weiter

Der Streik bei Enervie hatte dafür gesorgt, dass es beinahe zu einem Entsorgungsnotstand gekommen wäre. Die Klärschlammverbrennungsanlage in Werdohl, die zum Unternehmensverbund gehört und auch bestreikt wurde, entsorgt fast die gesamten Klärschlämme des Ruhrverbands.

Das sind mehr als 200.000 Tonnen jährlich. Hätte der Streik noch länger gedauert, hätten einzelne Klärwerke Lagerprobleme bekommen.

Stand: 23.07.2018, 13:36