Ein Schild der St. Elisabeth Gruppe steht vor dem Anna Hospital in Herne

Herner Klinikgruppe will Kopftücher doch erlauben

Stand: 27.04.2022, 16:19 Uhr

Nach Diskriminierungsvorwürfen und Kritik hat die katholische St. Elisabeth Gruppe mit Sitz in Herne eingelenkt. Sie hat zugesagt, dass muslimische Frauen künftig doch Kopftücher bei der Arbeit tragen dürfen.

Studierende der Ruhr-Universität Bochum hatten die Vorwürfe gegen die Kliniken erhoben. Durch das Kopftuchverbot würden Studentinnen, Praktikantinnen und Ärztinnen diskriminiert.

Der mediale Druck und auch die scharfe Kritik der Ruhr-Uni Bochum haben jetzt für einen Sinneswandel gesorgt. Nach dpa-Informationen will die Klinik-Gruppe Kopftücher nicht nur erlauben, sondern auch selbst herstellen lassen.

Mitarbeiterinnen des muslimischen Glaubens dürften in Zukunft "ein weißes, viereckiges Tuch mit dem Logo der St. Elisabeth Gruppe" beim Dienst tragen, heißt es demnach in einem internen Schreiben, das der dpa vorliegt. Die Kosten für die Kopftücher übernehme die Klinikgruppe.

Erster Vorschlag wurde im März abgelehnt

Damit könnte der Streit wohl beendet sein. Schon Mitte März 2022 hatte die Klinik einen Kompromissvorschlag gemacht, der von den Betroffenen allerdings vehement abgelehnt wurde. Die Idee damals war eine "besondere Kopfbedeckung", ähnlich einer OP-Haube.

Über dieses Thema berichten wir am 27. April 2022 bei WDR 2: Lokalzeit Rhein/Ruhr

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