Kobra-Suche: Herne sitzt immer noch auf Einsatzkosten

Monokelkobra

Kobra-Suche: Herne sitzt immer noch auf Einsatzkosten

Von Stephanie Grimme

Vor einem Jahr war die giftige Monokelkobra in Herne ausgebüchst. Die Stadt hat immer noch nicht die Kosten für die sehr aufwendige Suche vom Tierhalter bekommen.

Fünf Tage lang hatte die hochgiftige Monokelkobra die Stadt Herne in Atem gehalten. Am 25. August 2019 war sie im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses gesehen worden. Danach war sie erst einmal weg.

Mehrere Wohnhäuser wurden evakuiert, die Häuser von Schlangenexperten auf links gedreht, ganz Deutschland und sogar die New York Times verfolgten mit Spannung die Suche nach der Monokelkobra. Aber sie ließ sich nicht blicken.

Fünf Tage Schlangensuche

Am fünften Tag durften die Bewohner in ihre Häuser zurück. Ihnen war mulmig. Irgendjemand schlug der Stadt Herne vor, doch mal in den angrenzenden verwilderten Gartengrundstücken zu suchen.

Kleine Schwierigkeit am Rande: Die Gartengrundstücke gehören nicht zu Herne, sondern zur Stadt Castrop-Rauxel. Die kooperierte aber spontan und schickte ein mit Sicherheitskleidung ausstaffierten Gartentrupp.

Gleich nachdem der lautstarke Mähroboter gestartet war, sah ein Arbeiter die Schlange durch das Gras zischen. Wieder in Richtung Wohnhaus. Sie verzog sich in einen Kellerschacht. Sofort wurde das Gebiet abgesperrt, ein Schlangenexperte fing das gesuchte Tier ein.

Herne atmete auf, braucht nun aber einen langen Atem, um die Kosten für die aufwendige Suchaktion von dem Schlangenbesitzer einzutreiben: Mehrere zehtausend Euro.

Eigentümer will von Schlange nichts wissen

Obwohl bei dem Bewohner des Mehrfamilienhauses 22 zum Teil auch giftige Schlangen sichergestellt wurden, bestreitet er der Eigentümer der entwichenen Monokelkobra zu sein.

Die Stadt führt gegen ihn nun ein langwieriges Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen unsachgemäßer Tierhaltung. Erst nach Abschluss dieses Verfahrens kann die Stadt von ihm die Kostenerstattung verlangen.

Auf politischem Feld hatte die Stadt Herne schneller Erfolg. Sie hatte ein Gifttiergesetz für NRW gefordert. Das ist ist bereits verabschiedet worden und tritt Anfang 2021 in Kraft.

Stand: 25.08.2020, 09:06