Ein Mitarbeiter zur Bekämpfung der Internet-Kriminalität fahndet nach kinderpornographischen Inhalten

Kinderpornografie-Razzia in Essen und Mülheim

Stand: 15.09.2022, 14:17 Uhr

Bei einer Kinderpornografie-Razzia in Essen und Mülheim an der Ruhr haben Polizisten 34 Wohnungen durchsucht. Es gehe um den Verdacht der Verbreitung und des Besitzes von Kinderpornografie sowie um den Verdacht des sexuellen Missbrauchs, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Zur Zahl der Beschuldigten und ob diese selbst am Missbrauch Minderjähriger beteiligt gewesen sein sollen, teilte die Polizei zunächst nichts mit. Es gehe jedoch um einzelne Sachverhalte, nicht etwa um einen zusammenhängenden "Ring". Einige der Beschuldigten seien erkennungsdienstlich behandelt worden, sie wurden also zum Beispiel fotografiert.

Die Ermittler wollen mit den Bildern abgleichen, ob die Personen auch selbst in den Videos auftauchen und durch Merkmale wie Narben oder Tattoos identifiziert werden können.

Umfangreiche Hardware sichergestellt

In Untersuchungshaft sei keiner der Beschuldigten, sagte die Polizeisprecherin. Bei den Durchsuchungen am Dienstag und Mittwoch wurden 19 Handys, 10 Computer, 19 USB-Sticks und vier externe Festplatten sichergestellt, diese sollen in den kommenden Wochen ausgewertet werden.

Polizisten gegen pädophile Täter: Innensicht einer Großermittlung

die story 12.01.2022 43:55 Min. UT Verfügbar bis 30.12.2099 WDR Von Marion Försching, Torsten Reschke, Marko Rösseler

Möglicherweise auch Datenträger Jugendlicher beschlagnahmt

Unter den Beschuldigten könnten der Polizeisprecherin zufolge auch etwa Jugendliche sein, die sich in Chatgruppen geteilte Videos anschauten, aber keine entsprechende Neigung haben. Bei diesen müsse man nicht davon ausgehen, dass sie möglicherweise auch selbst an sexueller Gewalt beteiligt sein könnten.

Schon in der letzten Woche war ein 58-Jähriger aus Essen festgenommen worden. Er soll im Internet berichtet haben, dass er seine eigene Tochter und ein weiteres Mädchen missbraucht habe. Der Mann sitzt aktuell in Untersuchungshaft. Dieser Fall sei laut der Polizeisprecherin aber nicht der Anlass für die Razzien am Donnerstag gewesen.

Durchsuchungen durch Essener Spezialeinheit

Die Durchsuchungen wurden von der im vergangenen November gegründeten besonderen Aufbauorganisation (BAO) "Herkules" durchgeführt. Die bei der Polizei Essen angesiedelte Spezialeinheit ist auf die Themen Kinderpornografie und sexuelle Gewalt gegen Kinder spezialisiert.

Am Donnerstag hatte die Polizei auf ihrem Youtube-Kanal auch ein Video veröffentlicht, in der die Arbeit der Ermittler nachgestellt wird.

Über dieses Thema berichten wir am 15. September 2022 bei WDR2: Lokalzeit Rhein/Ruhr.