Staatsschutz ermittelt wegen Corona-Demos: Antisemitismus in Telegram-Chats

Stand: 05.01.2022, 18:59 Uhr

Bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Kamp-Lintfort am Dienstag soll ein Teilnehmer den Hitlergruß gezeigt haben. Der Duisburger Staatsschutz ermittelt jetzt.

Der Duisburger Staatsschutz ermittelt im Umfeld der Demonstranten, die als selbst ernannte "Spaziergänger" gegen die Coronapolitik demonstrieren. Die Vorwürfe sind massiv: Es geht um antisemitische Hasstiraden. Im Mittelpunkt stehen Chat-Gruppen, die über den Dienst "Telegram" laufen. Dort werden die Demonstrationen geplant.

Seit Dienstagabend verbreitet sich dort ein Video einer Demonstration in Kamp-Lintfort. In dem Video sieht man Menschengruppen größtenteils ohne Maske durch die Straßen ziehen. Ein Demonstrant hebt den linken Arm und schaut in Richtung der Kamera. Ob es sich dabei um einen Hitlergruß handelte, bewertet jetzt die Staatsanwaltschaft.

Weitere Auffälligkeiten in Telegramm-Gruppe aus Wesel

In einer Telegramgruppe aus Wesel sollen ebenfalls auffällige Chatverläufe zu beobachten sein. Dazu sagt Stefan Hausch von der Duisburger Polizei: "Beispielsweise, dass die ganze Pandemie von der jüdischen Bevölkerung initiiert ist. Und das diese Impfkampagne jetzt dazu dient, die deutsche Bevölkerung ´wegzuspritzen´. So was und Ähnliches ist dort zu lesen.“ Der Staatsschutz ermittelt nun wegen Volksverhetzung.

Nach Einschätzungen der Polizei stamme aber ein Großteil der Demonstranten gegen die Coronamaßnahmen aus dem bürgerlichen Milieu. Immer wieder würden aber einzelne Rechtsextreme die Szene zu unterwandern versuchen.

Allein für Mittwochabend wurden drei weitere Demonstrationen in Duisburg per Telegram angekündigt. Keine der Demonstrationen wurde bislang bei der Polizei angemeldet. Nach eigenen Angaben wird die Polizei die Versammlungen nur auflösen, falls der öffentliche Friede gestört werde.