Duisburg: Krise bei Sozialdienstleister ZOF

Zof-Logo auf dem Gebäude

Duisburg: Krise bei Sozialdienstleister ZOF

  • ZOF darf zwei Flüchtlingsheime nicht weiter betreiben
  • Bezirksregierung Köln hat Sozialdienstleister gekündigt
  • Duisburger Trägerverein ZOF steckt in Krise

Der Duisburger Sozialdienstleister Zukunftsorientierte Förderung (ZOF e.V.) darf zwei Flüchtlingsheime in Wegberg im Kreis Heinsberg und in Euskirchen nicht weiter betreiben. Die Bezirksregierung Köln hat dem Sozialdienstleister gekündigt.

Bezirksregierung Köln kündigt ZOF gleich zwei Mal

Nach Angaben von ZOF endet das Vertragsverhältnis Ende Januar 2019 für die Unterkunft in Wegberg. Dort sind von der Kündigung nach Angaben des Vereins 90 Mitarbeiter betroffen. Aktuell sind in der Flüchtlingsunterkunft in Wegberg rund 380 Menschen untergebracht, in Euskirchen etwa 120. Wie viele Mitarbeiter in Euskirchen von der Kündigung betroffen sind, ist noch unklar.

Für die Unterkünfte bedeutet das, dass die Bewohner in anderen Einrichtungen untergebracht werden. Eine Neuinbetriebnahme sei für beide Einrichtungen geplant, so die Bezirksregierung Köln.

Ermittlungen wegen Untreue

Der Duisburger Trägerverein ZOF steckt in einer tiefen Krise. Der ehemalige Vereinschef soll laut Staatsanwaltschaft Duisburg rund zwei Millionen Euro Vereinsgelder veruntreut haben. In der Folge wurde ZOF die Gemeinnützigkeit zeitweise aberkannt, was hohe Steuernachforderungen zur Folge hatte.

Nach Informationen der WDR-Lokalzeit wurden diese Forderungen am 11. Dezember 2018 mit einer Pfändung durch das Finanzamt eingetrieben. Mittlerweile seien die Forderungen in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro gezahlt worden, hieß es aus Kreisen des Vorstands und der Geschäftsführung bei ZOF.

"Wir sind die Opfer der Machenschaften des ehemaligen Vereinsvorsitzenden", betont der aktuelle Geschäftsführer von ZOF, Bülent Aksen. Er ist der Bruder des ehemaligen Vereinschefs, gegen den sich die Untreuevorwürfe richten.

Zukunft unklar

Was aus den anderen von ZOF geführten Flüchtlingsunterkünften in Potsdam und Bad Driburg wird, ist noch unklar. Neben der Arbeit in den Unterkünften betreibt ZOF in Duisburg zwei Streetwork-Büros und engagiert sich in der ambulanten und stationären Jugendhilfe.

Stand: 11.01.2019, 17:10